UNO-Kriegsverbrecherprozess in Kroatien eröffnet
publiziert: Montag, 18. Jun 2007 / 14:21 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Jun 2007 / 16:43 Uhr

Zagreb - In Kroatien ist erstmals ein Kriegsverbrecherprozess eröffnet worden, den das UNO-Tribunal von Den Haag dorthin verlagert hat. Vor Gericht stehen der 53-jährige Rahim Ademi und der 39-jährige Mirko Norac.

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Den früheren Generälen wird vorgeworfen, im serbo-kroatischen Krieg von 1991 bis 1995 Massaker an Zivilisten und serbischen Gefangenen zugelassen zu haben.

Laut Anklageschrift, die das UNO-Tribunal an die kroatische Justiz weiterleitete, werden sie für den Tod von 28 Zivilisten und fünf Gefangenen verantwortlich gemacht.

Norac ist schon wegen anderer Kriegsverbrechen an Serben zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wegen der grossen Zahl der vorgeladenen Zeugen könnte der Prozess, der unter strengen Sicherheitsvorkehrung stattfindet, ein Jahr dauern.

Test für die Professionalität der Justiz

Die Verlagerung des Prozesses gilt als Test für die Professionalität und Unparteilichkeit der kroatischen Justiz und Gradmesser für die Annäherung Kroatiens an die Europäische Union.

Anders als bei der Festnahme von Norac im Jahr 2001 kam es zum Auftakt des Verfahrens nicht zu Demonstrationen. Vor sechs Jahren waren tausende von Kriegsveteranen und Nationalisten auf die Strasse gegangen und hatten sich mit der Polizei Strassenschlachten geliefert.

Die kroatische Justiz hat seit der Regierungsübernahme des Reformlagers vor sieben Jahren damit begonnen, die Kriegsjahre zwischen 1991 und 1995 aufzuarbeiten. Das Land will bis 2010 der EU beitreten, hinkt aber bei der Angleichung seiner Verwaltung und Justiz an die europäischen Standards hinterher.

(dl/sda)

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