UNO-Sondergesandter warnt vor Ausweitung des Syrienkonflikts
publiziert: Mittwoch, 17. Okt 2012 / 18:47 Uhr
Der UNO-Sondergesandte hat zu einer Waffenruhe in Syrien aufgerufen.
Der UNO-Sondergesandte hat zu einer Waffenruhe in Syrien aufgerufen.

Beirut - Der UNO-Syrienvermittler Lakhdar Brahimi schätzt die Chancen für eine dauerhafte Waffenruhe in Syrien als «mikroskopisch klein» ein. Die Friedensbemühungen seien ein «sehr, sehr schwieriger Prozess», sagte er am Mittwoch zum Abschluss einer Reise durch mehrere Länder der Region.

8 Meldungen im Zusammenhang
Zugleich warnte Brahimi in der libanesischen Hauptstadt Beirut eindringlich vor einem Übergreifen des blutigen Konflikts auf die Nachbarstaaten: «Diese Krise kann auf Dauer nicht innerhalb Syriens gehalten werden.» Sollte sich die Krise ausweiten, drohe sie «alles zu zerstören».

Brahimi hatte Regierung und Aufständischen eine vorübergehende Waffenruhe während des islamischen Opferfests in der kommenden Woche vorgeschlagen. Am Mittwoch zeigte er sich vorsichtig zuversichtlich: «Wenn die (syrische) Regierung zustimmt, und dafür gibt es bereits Signale, und wenn die Opposition zustimmt, dann wäre dies ein kleiner Schritt hin zu einem Ende der Gewalt.»

Syrien äusserte sich grundsätzlich offen für die Bemühungen. Jeder Friedensplan müsse jedoch von beiden Konfliktparteien respektiert werden, sagte ein Aussenamtssprecher der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge.

Pessimistische Diplomaten

Der Präsident des oppositionellen Syrischen Nationalrats, Abdel Basset Saida, sagte seinerseits, die Rebellen würden sich nur verteidigen und die Kämpfe einstellen, wenn die Angriffe aufhörten.

Allerdings richte sich aus ihrer Sicht der Vorschlag Brahimis zunächst an die Regierungstruppen. In einem Zeitungsinterview schätzte er die Erfolgschancen der Friedensmission aber als gering ein.

Auch in Diplomatenkreisen werden dem Vorstoss Brahimis kaum Erfolgsaussichten beschieden. Weder Syrien noch die Opposition hätten Andeutungen gemacht, die Waffen ruhen lassen zu wollen, hiess es in New York.

Parallel zu Brahimis Bemühungen in der Region trafen sich in Paris Vertreter von Geberländern und Hilfsorganisationen mit Repräsentanten der zivilen syrischen Revolutionsräte, um neue Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten. Die Revolutionsräte verwalten diejenigen Zonen des Landes, über welche die Regierung um Baschar al-Assad keine Kontrolle mehr ausübt.

Einsatz von Streubomben

Zum Auftakt der Konferenz verurteilte Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius erneut die vom Assad-Regime ausgehende Gewalt und bestätigte Berichte von Menschenrechtsaktivisten, nach denen die Regierungstruppen im Kampf gegen die Aufständischen Streubomben einsetzen.

In den vergangenen Monaten habe das Ausmass der Gewaltanwendung eine neue Dimension erreicht, sagte Fabius. Der jüngste Einsatz von Streubomben sei noch einmal schrecklicher als der von Kampfflugzeugen und Sprengstoff. Das syrische Militär hat den Einsatz der weithin geächteten Waffen bislang dementiert.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Beirut - Der syrische Bürgerkrieg weitet sich nach den blutigen Protesten am Wochenende im Libanon offenbar immer stärker in ... mehr lesen
Keine Waffenruhe in Sicht. (Symbolbild)
Sondervermittler Lakhdar Brahimi ist mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zusammengetroffen.
Damaskus - Bei seinen Bemühungen für eine Waffenruhe im Syrien-Konflikt ist der internationale Sondervermittler ... mehr lesen
New York - In einer offenen Debatte im Sicherheitsrat hat die Schweiz am Mittwoch das mächtigste Gremium der UNO aufgefordert, endlich den Internationalen ... mehr lesen 2
Seger wies den Rat auf die breite Unterstützung hin, die die Schweizer Forderung von vielen UNO-Mitgliedern geniesse. (Archivbild)
Catherine Ashton sprach dennoch von einem «extrem guten» Austausch mit Minister Lawrow. (Archivbild)
Istanbul - Die Aussenminister der 27 EU-Staaten haben am Montag in Luxemburg neue Sanktionen gegen das Regime des ... mehr lesen
New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat dem neuen Syrien-Sonderbeauftragten Lakhdar Brahimi seine Unterstützung ... mehr lesen
Dem neuen Syrien-Sondergesandten wurde die Unterstützung zugesichert.
Weitere Artikel im Zusammenhang
New York - Der neue internationale Syrien-Beauftragte, Lakhdar Brahimi, hat am Montag erstmals den UNO-Sicherheitsrat über die Entwicklung im Bürgerkriegsland informiert. Der ehemalige algerische Aussenminister hatte in den vergangenen Tagen die Region besucht. mehr lesen 
Syrien-Vermittler Brahimi in Damaskus eingetroffen.
Damaskus - Der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi ist am Donnerstag in Damaskus zu ersten Gesprächen eingetroffen. Er ... mehr lesen
Damaskus - Kurz vor der ersten Damaskus-Reise des neuen UNO-Sondervermittlers Lakhdar Brahimi sind am Mittwoch die Kämpfe in Syrien weiter gegangen. Die Opposition berichtete von Gefechten in Homs, Hama, Aleppo, Deir As-Saur und Damaskus. Es habe mindestens 60 Tote gegeben. mehr lesen 
Eine Streubombe soll den Schweizer IKRK-Mitarbeiter in Donezk getötet haben. (Symbolbild)
Eine Streubombe soll den Schweizer ...
Ukraine  Berlin - Schwere Vorwürfe gegen die ukrainische Armee: Gemäss der Menschenrechtsorganisation «Human Rights Watch» (HRW) soll die Armee die international geächteten Streubomben abgefeuert haben. Eine dieser Bomben soll in Donezk den Schweizer IKRK-Mitarbeiter getötet haben. 
Im Osten der Ukraine sterben fünf Menschen Donezk/Charkow - Bei Kämpfen im Osten der Ukraine sind am Samstag erneut fünf Menschen getötet worden. In Donezk starben drei ...
Zwölf Tote bei Kämpfen im Osten der Ukraine Donezk - Im Osten der Ukraine drohen die Kämpfe wieder in grösserem Umfang ...
Schweizer IKRK-Mitarbeiter bei Artilleriefeuer getötet Donezk - Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe in der ...
Heftige Gefechte  Mürsitpinar - Trotz der jüngsten militärischen Unterstützung für die Kurden in Kobane ...
Viele Menschen fliehen vor der IS-Terrormiliz.
Türkei lässt Peschmerga-Kämpfer nach Kobane Washington/Kobane/Istanbul - Die Türkei lässt nach Angaben der Regierung kurdische Peschmerga-Kämpfern aus ...
USA versorgt Kurden in Kobane mit Waffen Washington - US-Flugzeuge haben erstmals Waffen für die kurdischen Kämpfer gegen ... 1
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Auch... Assad wird in den letzten Jahren die Nachrichten verfolgt haben und ... gestern 08:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Es... ist ein lobenswerter Ansatz Menschen die in schwierigen Situationen ... gestern 08:35
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Um... zu verstehen, welch hartes Erbe Joko Widodo antritt, sollte man den ... Mo, 20.10.14 14:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Ohne... eine wirksame Bekämpfung der IS werden auch der Libanon, Jordanien und ... Mo, 20.10.14 10:07
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Die... Rechnung wird in Menschenleben gezahlt! Üblich ist in solchen Fällen ... So, 19.10.14 10:08
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Libyen... bleibt noch aus einem anderen Grund als Problem an Europa hängen. Denn ... So, 19.10.14 08:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Man... hat schon oft gehört, dass der Terror in Nahost aufhören würde, wenn ... Fr, 17.10.14 07:46
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2510
    Für... R. Erdogan wird es verlockend sein, seinen Einflussbereich nun ... Do, 16.10.14 10:59
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 11°C 14°C bewölkt, Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 10°C 13°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen 13°C 16°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 15°C 18°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 14°C 21°C bewölkt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf 16°C 20°C bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 15°C 22°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten