UNO droht mit Einstellung der Hilfe in Sri Lanka
publiziert: Donnerstag, 31. Aug 2006 / 10:23 Uhr

Colombo - Die Vereinten Nationen (UNO) haben wegen eines Massakers an Tsunami- Helfern in Sri Lanka mit der Einstellung ihrer Hilfe für den Inselstaat gedroht.

Jan Egeland droht die Arbeit in Sri Lanka einzustellen.
Jan Egeland droht die Arbeit in Sri Lanka einzustellen.
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«Wir können in dieser Region nicht weiterarbeiten, wenn niemand für die Hinrichtung von 17 unserer Kollegen zur Verantwortung gezogen wird», sagte UNO-Katastrophenhilfekoordinator Jan Egeland in der Nacht auf Donnerstag in New York. Die nordische Beobachtergruppe für Sri Lanka hatte erklärt, das Massaker könne nur von den staatlichen Sicherheitskräften verübt worden sein.

Die 17 einheimischen Mitarbeiter der französischen Organisation «Aktion gegen den Hunger» waren Anfang August nach tagelangen Kämpfen zwischen Tamilen-Rebellen und Regierungstruppen in Mutur im Nordosten Sri Lankas tot in ihrem Büro gefunden worden.

Die meisten wurden per Kopfschuss umgebracht. Es war das schwerste Massaker an Mitarbeitern internationaler Hilfsorganisationen seit dem Bombenanschlag auf das UNO-Gelände in Bagdad 2003.

Untersuchung behindert

Die nordische Beobachtergruppe wirft den srilankischen Behörden vor, diese hätten die Untersuchung des Vorfalls behindert. Die Regierung in Colombo bestreitet die Vorwürfe und hat die Beobachter beschuldigt, parteiisch zu sein. Trotz eines formell noch geltenden Waffenstillstands von 2002 liefern sich die Konfliktparteien in Sri Lanka seit Wochen heftige Kämpfe.

Der Chef der nordischen Beobachter, Ulf Henricsson, forderte eine internationale Kommission zur Prüfung der Ereignisse in Mutur. Der angekündigten Untersuchung der Regierung könne er nicht mehr vertrauen, weil die Behörden zu sehr in den Fall verstrickt seien, sagte er in einem Interview. «Das ist nicht nur ein srilankisches Problem. Wenn man Helfer ohne Bestrafung töten kann, ist das ein internationales Problem.»

(fest/sda)

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