UNO erklärt Massaker von Srebrenica zum Völkermord
publiziert: Montag, 26. Feb 2007 / 12:03 Uhr / aktualisiert: Montag, 26. Feb 2007 / 13:03 Uhr

Den Haag - Jugoslawien ist zwar nicht für den 1995 an bosnischen Muslimen in Srebrenica begangenen Völkermord verantwortlich. Es hätte aber versuchen müssen ihn zu verhindern.

Es war das erste Mal, dass der ICJ sich dazu äusserte, ob ein Land Völkermord begangen hat.
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Das stellte der Internationale Gerichtshof (ICJ) in Den Haag fest. In seinem Urteil über eine Klage von Bosnien- Herzegowina gegen das frühere Jugoslawien misst das Gericht den bosnischen Serben einen gewissen Grad an Unabhängigkeit von der serbischen Zentralregierung in Belgrad zu.

Deren Armee und Verwaltung seien damals nicht vollständig von Belgrad kontrolliert worden und hätten nicht in unmittelbarem Auftrag Belgrads gehandelt. Bosnisch-serbische Truppen hatten im Juli 1995 mehr als 7000 muslimische Männer ermordet.

Die Regierung in Belgrad, die die bosnischen Serben massiv unterstützte, hätte aber das Risiko eines derartigen Völkermordes erkennen können.

Nach internationalem Recht hätte sie versuchen müssen ihn zu verhindern und die Verantwortlichen zu bestrafen. Dass sie das unterlassen habe, sei ein Verstoss gegen internationales Recht, stellte das oberste Gericht der Vereinten Nationen fest.

(bert/sda)

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