Hungersnot in Somalia
UNO startet Luftbrücke zur Versorgung Hungernder in Somalia
publiziert: Mittwoch, 27. Jul 2011 / 13:59 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Jul 2011 / 17:27 Uhr

Brüssel - Die UNO hat am Mittwochnachmittag ihre Luftbrücke zur Lieferung von Nahrungsmitteln in das dürregeplagte Somalia gestartet. Zunächst sei ein Flugzeug mit zehn Tonnen Nothilfegütern an Bord nach Mogadischu unterwegs, erklärte das Welternährungsprogramm (WFP).

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Auf diesem Weg sollen dringend benötigte Lebensmittel für die von der Dürre betroffene, hungerleidende Bevölkerung ins Land gebracht werden. Viele Gebiete in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Staat sind auf dem Landweg unzugänglich.

Die Maschine hat 10 Tonnen Nahrungsmittel speziell für unterernährte Kinder an Bord. Die Hilfsgüter reichten aus, mehrere tausend Kinder einen Monat lang zu ernähren, hiess es. Weitere sollen in den nächsten Tagen folgen. Insgesamt sollen so in den kommenden Tagen rund hundert Tonnen Nahrungsmittel in die Region gebracht werden.

Über die Luftbrücke will das WFP auch Gebiete in Äthiopien und im kenianischen Grenzgebiet versorgen. Der Beginn der Luftbrücke war eigentlich für Dienstag vorgesehen gewesen, musste wegen bürokratischer Hürden aber verschoben werden.

Elf Millionen Menschen betroffen

Die Hungerkrise am Horn von Afrika bedroht allein in Somalia rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt. In Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Uganda leiden Millionen weitere Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren.

UNO-Vertreter bezifferten den Hilfsbedarf bis Jahresende auf rund zwei Milliarden Dollar, bislang sei aber erst eine Milliarde bei der UNO eingegangen. Von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren sind elf Millionen Menschen betroffen.

EU stockt Hilfe auf

Angesichts des dramatischen Ausmasses der Hungersnot will die Europäische Union (EU) den Menschen am Horn von Afrika mit zusätzlichen 60 Millionen Euro helfen. Entsprechende Schritte habe sie eingeleitet, sagte die für humanitäre Krisen verantwortliche EU-Kommissarin Kristalina Georgieva.

Insgesamt würden die Hilfsleistungen für die Region für dieses Jahr damit auf 158 Millionen Euro aufgestockt. Mit dem zusätzlichen Geld würden Nahrungsmittel für die am stärksten gefährdeten Familien finanziert.

(fest/sda)

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at Midas
Ihr letzter Satz trifft den Nagel auf den Kopf. Das ist doch genau der Grund, warum der Westen sich Diktatoren in Afrika und anderen Kontinenten bei der Stange hält und, öffentlich und im Geheimen, unterstützt.
Afrika, Somalia u.a. ist ja zur Zeit das Thema ...
Wir stellen fest, dass in unserem Umfeld "Spenden" und wenn es nur Fr. 50 sind, kein Thema ist ... Steuern - im Kt. Bern besonders hoch ..., KK-Prämien, Mietzinsen, Lebensmittel, usf. sind die unwirschen Begründungen, wenn man "spenden" anspricht ...

Das ist schlicht deprimierend! Die sichtbare Oberfläche der Leute bezgl. ihres Lebensstandards scheint rosig - Wenn man dahinter hört ... dann sieht's vielerorts anders aus! Natürlich nicht bei denen, die immer noch 10 bis 20% Salärerhöhungen erleben, als wenn es gerechtfertigt wäre ...

Die Normalverdiener, die ja auch arbeiten, die können von derartigen Lohnerhöhungen nur träumen. Von den Alters- oder IV-Renten ganz zu schweigen. Diese Menschen brauchen offenbar keine Rentenerhöhungen ... Nicht wahr, Ihr Bürgerlichen hier!?
Schön, alle beginnen zu helfen...
Es ist ja nicht nur diese Region. Weltweit leiden etwa rund 1 Milliarde Menschen an Hunger.

Wie lange schaut die Welt jetzt im Fall Somalia schon zu? Diese Katastrophe am Horn zeichnet sich seit über einem Jahrzehnt ab. Ich bin immer hin und her gerissen. Zwischen dem Mitgefühl der Leidenden und der Wut gegen die Verantwortlichen. Dies Spende werden nichts bis wenig ändern. Grauenhaft so was schreiben zu müssen und trotzdem die bittere Wahrheit.

Ich schreibe hier immer wieder, dass Afrika keine Entwicklungshilfe braucht. Afrika leidet an Korruption, Misswirtschaft, Diktaturen und daran wie wir Afrika seitens des Westens behandeln. Die Probleme sind so vielschichtig, dass es schwer ist alles aufzuschreiben. Dass reicht von der Kondompolitik der Deppen in Rom, bis zu War Lords und Diktatoren, sowie einem Totalversagen der UNO auf diesem Kontinent.

Auch der Fakt das Hunger in Afrika oft mit einer kriegerischen Islamisierung einhergeht, wird von den Multikultis in Europa gerne und oft verschwiegen (Bsp. Sudan mit Darfur und Somalia).

Spenden ändert nichts in Afrika denn die meisten grossen Hilfsorganisationen sind selber schon eine Industrie geworden und werden offen für Politik missbraucht. Oft sind sie sogar Teil des Problems, den diese Gelder und Hilfsmittel lassen sich am leichtesten stehlen. Der Westen muss erst lernen, dass Afrika nicht das Afrika aus dem Kuoni Katalog oder aus der Tagesschau ist. Positives aus Afrika schafft es nie in die westlichen Medien. Wir hegen das Bild des hilflosen, unfähigen Afrika dass wir wie ein Kind bemuttern wollen. Bloss nicht anfangen den Afrikanern auf Augenhöhe zu begegnen, sie ernst zu nehmen und zu respektieren.

Hungernde, Tote und Kriege bedienen die Sensationsgeilheit der westlichen Medien. Kein Wort davon dass zum Beispiel die Paläste und Museen in Brüssel mit abgehackten Händen von Sklaven bezahlt wurden. Die Bösen Afrikaner! Was interessiert den Westen an Afrika ausser ein paar Touristenattraktionen mit schönen Wildtieren oder billigen Rohstoffen? Nichts. Alle paar Katastrophen geht eine meist geheuchelte Solidarität für Afrika durch die Medien.

Nur weil Weissrussland eine Diktatur ist, werfen wir die Schweiz oder Deutschland nicht in den gleichen Topf. Das gleiche muss hier gelten. Afrika ist ein Kontinent. Alleine der Kongo ist fast so gross wie die Fläche Westeuropas. Afrika braucht keine Spenden von europäischen Firmen. Afrika braucht dass diese Firmen in Afrika nicht nur teure Produkte verkaufen, sondern sich auch niederlassen, ausbilden und beschäftigen.

Auch wenn so viele Staaten ihren Profit aus der Situation in Afrika ziehen und diverse Präsidenten sich jeden Monat $ 100 Mio in die eigene Tasche stecken und viele dieser Länder auf Rohstoffe sitzen welche die Schweiz arm erscheinen lassen, Hauptsache wir fühlen uns besser in dem wir ab und zu spenden. Wer hat im Zusammenhang mit der Hungerkatastrophe im Sudan schon Berichte über die Goldvorkommen gehört?

Also weiter die Symptome bekämpfen und Ursachen verdrängen. Vor der Wirtschaftsmacht eines demokratischen, organisierten Kontinents Afrika müsste sich der Westen fürchten.
UBS und Novartis
Ich habe mal in einer Firma mit etwa 300 Beschäftigten gearbeitet. Nach einer Katastrophe hat die GL beschlossen, sich das vom Betriebsrat genehmigen lassen... es verging fast eine Woche. Aber dann haben wir alle eine Stunde gratis gearbeitet (freiwillig natürlich, aber mir ist kein Mitarbeiter bekannt, der das nicht getan hätte), vom Direktor bis zur Putzfrau. Den Erlös hat die Firma dann noch auf die nächsten 10'000 Franken aufgerundet und überwiesen.

Bei UBS und Novartis war ich allerdings nie beschäftigt. Das würde aber was bringen, wenn die mal was spenden möchten. Wenn man die Boni auch noch mit einbeziehen könnte?

Eine Billion in den USA ist bei uns eine Milliarde.
Diesmal
bin ich klar auf Ihrer Seite! Es darf kein Geldproblem sein, wenn Menschen verhungern.
Der Wahnsinn des Lebens
Auch wenn ich grundsätzlich gegen Hilfe für Leute dieser Staaten mit Milizen und Despoten bin, so sehe ich doch wie dringend hier und jetzt dieses Problem gelöst werden muss.

Was mich aber wieder ziemlich wütend macht, ist, wie man sich hier jetzt um jedes Milliönchen klauben muss.

Griechenland werden hunderte Milliarden Euro in den Ar**h geschoben. Die USA haben ein Billionen Budget für das Militär jedes Jahr, die Hochfinanz macht Milliardengewinne im Wochentakt.

Und da fragt man sich dann unweigerlich, warum diesen "zivilisierten" Staaten es nicht gelingt genug Geld zusammenzubringen um den Hungernden zu helfen.

Muss es wieder der Private Sektor richten?? Hat die UBS schon gespendet? oder Novartis? Und wenn ja, wieviel?
Nein, man macht lieber wieder eine Spendengala im TV um das nationale Gewissen zu besänftigen.

Einfach zum Kotzen.
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