Menschenrechte
UNO vermutet Kriegsverbrechen von Terrormiliz IS im Irak
publiziert: Dienstag, 19. Jan 2016 / 10:39 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Jan 2016 / 14:28 Uhr
Ein am Dienstag veröffentlichter UNO-Bericht hat weitere Akteure des Kriegs im Visier.
Ein am Dienstag veröffentlichter UNO-Bericht hat weitere Akteure des Kriegs im Visier.

Genf - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begeht laut den Vereinten Nationen im Irak Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, möglicherweise sogar Genozid. Ein am Dienstag veröffentlichter UNO-Bericht hat aber auch weitere Akteure des Kriegs im Visier.

4 Meldungen im Zusammenhang
Der IS begehe im Irak möglicherweise Verbrechen gegen Menschenrechte und humanitäre Rechte, darauf weist ein Bericht der UNO-Unterstützungsmission im Irak (UNAMI) und des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte hin. Der Bericht umfasst den Zeitraum vom Mai bis Oktober des letzten Jahres.

Der IS verbreite systematisch Terror. So würden etwa Menschen öffentlich hingerichtet: Geköpft, von Bulldozern überfahren, bei lebendigem Leib verbrannt oder von den Dächern von Gebäuden geworfen. «Diese Taten könnten, in einigen Fällen, Kriegsverbrechen darstellen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und möglicherweise Völkermord», heisst es in dem Bericht.

In dem Konflikt zwischen Regierungstruppen, kurdischen Einheiten und dem IS verfolgt die Terrormiliz nach Informationen der UNO-Experten gezielt Zivilisten wie etwa Regierungsmitarbeiter, Ärzte oder Journalisten.

Der IS habe auch im Juni in Mossul bis zu 900 Kinder entführt. Diese würden religiösem und militärischem Training unterworfen. Zudem missbrauche der IS Frauen und Kinder als Sexsklaven.

Auch irakische Sicherheitskräfte, alliierte Milizen und kurdische Peschmerga-Einheiten hätten Zivilisten entführt oder getötet, so die UNO.

Mehrere Massengräber seien entdeckt worden, vor allem in Gebieten, die vom IS kontrolliert wurden und danach wieder von Regierungstruppen zurückerobert wurden. In einem der Gräber liegen laut Bericht 377 Leichen. Ein Teil der Gräber gehe jedoch auf die Zeit unter dem Diktator Saddam Hussein zurück.

Gewalt und Hunger treiben Menschen in die Flucht

Der Bericht zeige das Leid der Zivilisten im Irak auf, sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein. «Er zeigt deutlich, welchen Dingen irakische Flüchtlinge zu entkommen versuchen, wenn sie nach Europa und in andere Regionen fliehen.» Neben den Tausenden Gewaltopfern seien auch zahllose Menschen durch Mangel an Wasser, Nahrung oder medizinischer Versorgung ums Leben gekommen, fügte er hinzu.

Insgesamt seien im Konflikt 18'802 Zivilisten getötet worden. 36'245 Zivilisten wurden vom Januar bis Oktober 2015 verletzt. Zudem waren zwischen Januar 2014 und Oktober 2015 mehr als 3,2 Millionen Menschen in ihrem eigenen Land auf der Flucht.

(cam/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kirkuk - Die irakische Armee verlegt nach amtlichen Angaben tausende Soldaten auf einen Stützpunkt nahe Mossul, um die von ... mehr lesen
Die irakische Armee hat grosse Pläne.
New York - Der Irak hat sich in einem Schreiben an den UNO-Sicherheitsrat über die Stationierung türkischer Soldaten in ... mehr lesen
Die irakische Zentralregierung hatte wütend auf die Stationierung der türkischen Soldaten reagiert.
In...
der islamischen Welt gibt es ein massives Zivilisierungsdefizit. Das ist das eigentliche Problem in dieser Region. Konflikte werden grundsätzlich mit Gewalt ausgefochten. Es gibt keine Kultur des diplomatischen Ausgleichs. Auch fehlt eine Zivilgesellschaft.
Die ganzen arabischen Staaten sollten sich Israel zum Vorbild nehmen. Dieses kleine Land ist Nettoexporteuer landwirtschaftlicher Produkte, hat einen starken HighTech-Sektor und eine gut ausgebildete Bevölkerung. Dagegen sieht die gesellschaftliche und ökonomische Situation auf der arabischen Halbinsel erbärmlich aus. Die Muslime sind unfähig zur Erneuerung, meinen aber ihnen gehöre die Welt. Lächerlich und überheblich!
Die Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, ...
G7-Gipfel in Japan  Ise-Shima - Die G7-Staaten haben die Flüchtlingskrise als «globale Herausforderung» anerkannt und weltweites Wirtschaftswachstum als «dringende Priorität» bezeichnet. Das geht aus der am Freitag im japanischen Ise-Shima verabschiedeten gemeinsame Erklärung hervor. 
G7 wollen Konjunktur ankurbeln Ise-Shima - Kompromiss in Wirtschaftsfragen, Enttäuschung in der Flüchtlingskrise und ...
Unterstützung durch USA  Bagdad - Irakische Soldaten haben unterstützt von ...  
Haider al-Abadi sagt der IS den Kampf an.
Demonstranten drängen in «Grüne Zone»  Bagdad - Tausende Anhänger des Schiitenpredigers Moktada al-Sadr haben am Freitag erneut ...  
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Deutschland... ist eines der wenigen Länder, das sich enorm mit der Integration der ... Mi, 25.05.16 13:42
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Der... Grund für die Misere liegt ganz woanders und ist im Prinzip sehr ... Di, 24.05.16 11:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    "Flüchtlingslager-Räumung" Gut für die Einwohner von Idomeni, die nun bald ihr Leben, ihre ... Di, 24.05.16 10:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Im letzten Moment die Kurve gekriegt! Den Oesterreichern herzlichen Glückwunsch! Unter den Rechten gehts ... Mo, 23.05.16 18:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    R. Erdogans... Berater Burhan Kuzu sandte bereits am 10. 5. 2016 eine Drohung gen EU, ... Mo, 23.05.16 17:21
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    In... Syrien gibt es einen Krieg im Krieg. Es herrscht in Syrien schon lange ... Mo, 23.05.16 15:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Das... war nur eine weitere Gelegenheit für Herrn A. Mazyek, sich wichtig zu ... Mo, 23.05.16 14:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Wenn... die Türkei sich nicht an die Abmachungen hält, gibt es keine ... Mo, 23.05.16 11:44
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 13°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Basel 14°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Gewitter möglich
St. Gallen 13°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Gewitter möglich
Bern 12°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Gewitter möglich
Luzern 13°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 13°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Gewitter möglich
Lugano 13°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten