UNO will Haiti Schulden erlassen
publiziert: Freitag, 29. Jan 2010 / 18:55 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Jan 2010 / 19:20 Uhr

Port-au-Prince - Die UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) hat am Freitag zu einem Schuldenerlass für Haiti aufgerufen. Die Schulden des von einem Erdbeben zerstörten, bitterarmen Karibikstaates beliefen sich auf eine Milliarde Dollar.

Für Haiti brauche es eine Art Marshall-Plan, forderte die UNO-Organisation UNCTAD.
Für Haiti brauche es eine Art Marshall-Plan, forderte die UNO-Organisation UNCTAD.
7 Meldungen im Zusammenhang
Ohne Schuldenerlass sei die nächste Schuldenkrise für Haiti vorprogrammiert, argumentierte die UNCTAD in einem in Genf versandten Communiqué. Die Schäden an Infrastruktur und der Wirtschaft durch das Beben beliefen sich auf mindestens 15 Prozent des Bruttonationalprudukts (BNP). Deshalb brauche die haitianische Regierung genügend Luft, um Reformen und Anpassungen umsetzen zu können.

Vorübergehende Schuldenbefreiung reicht nicht

Nach dem Erdbeben hatten mehrere Schuldner, darunter internationale Finanzinstitutionen, Haiti vorübergehend vom Schuldendienst befreit. Dies genügt nach Ansicht der UNCTAD jedoch nicht.

Für Haiti brauche es zudem eine Art Marshall-Plan, forderte die Organisation. Es brauche ein langjähriges Engagement der internationalen Gemeinschaft und massive Investitionen, um Haiti wieder auf die Beine zu bringen. «Die Herausforderungen, vor denen Haiti heute steht, sind vergleichbar mit jenen in Europa von 1947.»

Blutkonserven werden knapp

In Haiti werden zudem die Blutkonserven knapp. Die Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» (MSF) appelliert an die Menschen, Blut zu spenden. «Es wird so viel operiert, wir brauchen dringend Blut», sagte eine MSF-Mitarbeiterin.

«Ärzte ohne Grenzen» hat bislang nach eigenen Angaben mehr als 6200 Patienten in der Erdbeben-Region behandelt und etwa 1000 Operationen vorgenommen. Unter den hygienischen Bedingungen in Haiti sind aber sehr schlecht.

Neun Adoptivkinder in der Schweiz

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, dass inzwischen neun Adoptivkinder aus Haiti in der Schweiz eingetroffen seien.

Die Kinder waren bereits vor dem Beben am 12. Januar für eine Adoption vorgesehen.

Bei zwei der Kinder lag bereits ein Entscheid eines haitianischen Gerichts vor. Bei den anderen sieben Waisenkindern fehlte nur noch der Gerichtsentscheid. Da das zuständige Gericht seit dem Beben in Trümmern liegt, konnte ein solcher Entscheid nun nicht mehr eingeholt werden. Die Ausreise der Kinder in die Schweiz möglich machte nun eine Unterschrift des haitianischen Premierministers Jean-Max Bellerive.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Port-au-Prince - Ein Experte der ... mehr lesen
Nach Einschätzung mancher Experten sind mindestens zehn Jahre nötig, bis Haiti sich erholt.
Haitianische Kinder werden Opfer von Menschenhändlern, die das Chaos ausnutzen.
Port-au-Prince - Schwer verletzte Erdbebenopfer aus Haiti sollen erneut zur Behandlung in die USA geflogen werden: Die USA nehmen die Evakuierungsflüge wieder auf. Die zehn mutmasslichen ... mehr lesen
Port-au-Prince - Der haitianische Präsident René Préval hat sich bei der Bevölkerung ... mehr lesen
René Préval war nach dem Beben sprachlos ob der Zerstörung.
Banditen belästigten und vergewaltigten Frauen und junge Mädchen, die in Zelten Zuflucht gesucht hätten, sagte der haitianische Polizeichef Mario Andrésol am Donnerstag. (Archivbild)
Port-au-Prince - Gut zwei Wochen nach dem Erdbeben in Haiti werden obdachlose Frauen zunehmend Opfer von Gewalt. Banditen belästigten und vergewaltigten Frauen und junge Mädchen, die in ... mehr lesen
Der frühere US-Präsident Bill Clinton hatte bei seiner Rede am WEF nur ein Thema: ... mehr lesen
Bill Clinton sagte, dass es in Haiti mehr Verteilzentren brauche.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Das Geld geht an das Schweizerische Rote Kreuz.
Zürich - Auch das Zürcher Stadtparlament hat ein Herz für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Haiti. Es sagte einstimmig Ja zu einer Weisung des Stadtrates. Diese sieht eine ... mehr lesen
Port-au-Prince - Zwei Wochen nach dem Jahrhundert-Beben der Stärke 7,0 ist ... mehr lesen
Ein Mann war vor 12 Tagen durch eines der zahlreichen Nachbeben verschüttet worden - und gerettet.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Auch das AKW Mühleberg, das 2019 stillgelegt werden soll, ist von der Regelung nicht ausgenommen.
Auch das AKW Mühleberg, das 2019 stillgelegt werden soll, ist von der ...
Nachweis bis 2020 gefordert  Brugg AG - Die Atomaufsichtsbehörde ENSI hat die Erdbebengefährdung für die Schweizer AKW-Standorte festgelegt; Die Betreiber müssen erneut nachweisen, dass ihre Anlagen einem sehr starken Erdbeben standhalten. Die Vorgaben sind strenger und umfangreicher als früher. mehr lesen 
Zweimal 6,8  Quito - Ecuador ist am Mittwoch von ... mehr lesen
Präsident Rafael Correa teilte mit, das Beben nun habe sich in der gleichen Region ereignet. (Archivbild)
Beben der Stärke 6,8  Quito - Ein Beben der Stärke 6,8 hat ... mehr lesen  
40 Jahre nach starkem Erdbeben  Udine - Der italienische Staatschef Sergio ... mehr lesen
Altstadt von Friaul.
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 9°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Basel 13°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt
St. Gallen 8°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Bern 11°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt
Luzern 12°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 13°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Lugano 15°C 16°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten