US-Abkommen mit Polen verärgert Moskau
publiziert: Freitag, 15. Aug 2008 / 17:06 Uhr / aktualisiert: Freitag, 15. Aug 2008 / 20:08 Uhr

Moskau - Die Einigung zwischen Washington und Warschau auf den Bau eines Raketenschilds in Mitteleuropa hat die angespannten US-russischen Beziehungen weiter belastet.

Das Raketensystem habe «die Russische Föderation als Ziel», kritisierte der russische Präsident Medwedew.
Das Raketensystem habe «die Russische Föderation als Ziel», kritisierte der russische Präsident Medwedew.
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Das Raketensystem habe «die Russische Föderation als Ziel», kritisierte der russische Präsident Dmitri Medwedew in Sotschi. Die Darstellung der USA, nach denen der Raketenschild zur Verteidigung gegen sogenannte Schurkenstaaten dienen solle, sei ein «Ammenmärchen».

Aussenminister Sergej Lawrow sagte einen für September geplanten Besuch in Warschau ab. Russland hatte wiederholt gegen das Abwehrsystem nahe seiner Grenze protestiert.

Nach fast dreijährigen Verhandlungen hatten sich Polen und die USA am Donnerstag auf den Bau des US-Raketenschilds geeinigt. In Polen sollen bis 2012 zehn Abfangraketen installiert werden. Mit Tschechien wurde bereits am 8. Juli ein Abkommen über die Stationierung einer dazu gehörigen Radaranlage unterzeichnet.

Vor Raketenangriffen aus «Schurkenstaaten» schützen

Grund für den Durchbruch war nach Angaben des polnischen Regierungschefs Donald Tusk die Zusage der USA, künftig Patriot- Luftabwehrraketen ständig in Polen zu stationieren.

Eine Sprecherin von Präsident George W. Bush bekräftigte, dass sich das Raketenabwehrsystem nicht gegen Russland richte, sondern die europäischen Verbündeten vor Raketenangriffen aus «Schurkenstaaten» wie dem Iran schützen solle.

Unklar war zunächst, welche Rolle der militärische Konflikt zwischen Russland und Georgien um Südossetien bei der Einigung gespielt hat. Der polnische Aussenminister Radoslaw Sikorski machte die «neue internationale Situation» für den Durchbruch bei den Verhandlungen mitverantwortlich. Sowohl Polen als auch die USA hatten sich nach Ausbruch der Kämpfe aber demonstrativ auf die Seite Georgiens gestellt.

(smw/sda)

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Si vis pacem....
Willst du den Frieden, so rüste für den Krieg - oder so ähnlich. Das wussten die alten Römer, das wissen die heutigen Grossmächte. Der Friede war in der langen Menschheitsgeschichte immer fragil und musste wiederholt verlustreich erkämpft werden. Wenn irgendwo ein Konflikt ausbricht, gibt's da mit Sicherheit etwas zu holen, Territorium, Bodenschätze, Einfluss, strategische Vorteile.

Um die Sahara hat sich bisher kaum jemand gestritten, wenn das mit der Sonnenenergie ins Rollen kommt kann sich das aber pronto ändern....
Sollen sich ärgern
Das kleine Georgien hat ca. 5 Mil. Einwohner (Mit Ossetien und Abchasien), was hätten das grosse Russland wohl zu befürchten?
Dann gehen die Russen hin und verteilen diesen Separatisten russische Pässe, weil’s ihnen in ihren machtpolitischen Kram passt und wenn sich die georgische Regierung wehrt, dann sind plötzlich russische Interessen verletzt. Ja so kann man’s auch hindrehen. Da muss sich aber im Kreml nun keiner wundern, wenn der Westen plötzlich auch Russland als gefährlich einstuft und rundherum Abwehrraketen aufstellt. Gut, die Raketen in Polen sind schon seit langem geplant, aber der Konflikt in Georgien ist auch nicht erst heute ausgebrochen.
Ich halte von beidem (Weder von Verteufelung noch von Raketen) nichts, weil’s dem Frieden nicht dient.
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