US-Aussenministerin in Libanon
publiziert: Donnerstag, 23. Feb 2006 / 16:27 Uhr

Beirut - US-Aussenministerin Condoleezza Rice ist unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen zu einem Überraschungsbesuch in Libanon eingetroffen.

Der Besuch von Rice wird von höchsten Sicherheitsmassnahmen begleitet.
Der Besuch von Rice wird von höchsten Sicherheitsmassnahmen begleitet.
Rice betonte, die USA unterstützten eine völlige Loslösung des Landes von Syrien. Hunderte Polizisten und Soldaten begleiteten Rices Autokorso durch die libanesische Hauptstadt Beirut. Wegen Befürchtungen vor Anschlägen hatte sie ihren Besuch nicht angekündigt.

Rücktritt gefordert

Vorgesehen waren nach libanesischen Angaben unter anderem Gespräche mit Ministerpräsident Fouad Siniora und anti-syrischen Politikern wie Saad Hariri, dem Sohn des ermordeten Ex-Regierungschef Rafik Hariri. Ein Treffen mit dem pro-syrischen Präsidenten Emile Lahoud stand dagegen nicht auf der Agenda.

Rice forderte Lahoud erneut zum Rücktritt auf. «Die Libanesen brauchen einen Präsidenten, der nach vorne schaut und nicht nach hinten», sagte sie. Sie bekräftigte gleichzeitig den Willen der USA, die libanesische Regierung in ihrem Bemühen um völlige Loslösung von Syrien zu unterstützen.

Zunehmende Spannungen

Bis vor einem Jahr war Syrien jahrelang die Ordnungsmacht im Nachbarland Libanon. Unter starkem internationalen Druck hatte Syrien schliesslich seine dortige Militärpräsenz aufgegeben.

Seither sind die politischen Spannungen in Libanon gestiegen. Die mehrheitlich anti-syrische Regierungskoalition drängt Lahoud zum Rücktritt und will eine völlige Souveränität ohne syrische Einflussnahme.

Forderungen im Fall Hariri Rice erklärte, sie wolle bei ihren Gesprächen auch auf eine volle Kooperation mit den Ermittlern der Vereinten Nationen im Mordfall Hariri drängen. Der frühere libanesische Ministerpräsident und Syrien-Kritiker war vor einem Jahr in Beirut bei einem Attentat getötet worden.

Nach ersten Berichten der Ermittler waren hochrangige syrische Politiker und deren libanesische Verbündete in den Anschlag verwickelt. Das Attentat hatte massive anti-syrische Proteste ausgelöst und den internationalen Druck auf Damaskus verstärkt.

(sda)

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