US-Agenten waschen Drogen-Millionen für mexikanische Kartelle
US-Fahnder schmuggeln Drogengelder
publiziert: Sonntag, 4. Dez 2011 / 19:02 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 4. Dez 2011 / 23:27 Uhr
Drogenfahnder der DEA.
Drogenfahnder der DEA.

Washington - Verdeckte US-Rauschgiftfahnder haben einem Zeitungsbericht zufolge für mexikanische Drogenkartelle Millionen Dollar gewaschen oder über die Grenze geschmuggelt. Die Ermittler hätten damit herausfinden wollen, welche Wege die illegalen Profite nähmen.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Agenten hätten meist für die US-Anti-Drogenbehörde DEA gearbeitet und das Geld auf eigene oder der Schmuggler Konten eingezahlt, berichtete die "New York Times" am Sonntag unter Berufung auf Regierungsbeamte.

Die Transaktionen werfen der Zeitung zufolge "heikle Fragen" über die Wirksamkeit des US-amerikanischen Anti-Drogen-Kampfes auf, wenn die Ermittler schon zu solchen Mitteln greifen müssten.

Überdies würden die Grenzen zwischen Überwachung und Unterstützung von Verbrechen verwischt: "Indem sie Drogengelder wäscht, erlaubt die Behörde den Kartellen oft, ihre Rauschgiftgeschäfte über Monate oder sogar Jahre fortzusetzen, bevor es zu Razzien oder Festnahmen kommt."

Rund um den Erdball

Die Operationen werden dem Zeitungsbericht zufolge vom US-Justizministerium überwacht. Es sei dabei nicht unüblich, dass US-Agenten pro Woche zwei bis drei Ladungen Drogengelder in Empfang nähmen, sagte ein DEA-Beamter der "New York Times".

Der Zeitung zufolge unterhalten die US-Behörden zu Ermittlungszwecken etwa 50 ähnliche Geldwäsche-Operationen rund um den Erdball. Mexiko habe sie erst vor wenigen Jahren zugelassen.

Staat hilft beim Waffenschmuggel

Die Praktiken der US-Ermittler im Kampf gegen die Drogenbosse jenseits der südlichen Landesgrenze stehen schon seit einiger Zeit im Kreuzfeuer der Kritik. So hatte die Behörde für Waffenkontrolle (ATF) Mittelsmänner seit 2009 tausende Pistolen und Gewehre über die Grenze nach Mexiko schmuggeln lassen.

Ziel der verdeckten Operation "Fast and Furious" (schnell und wütend) war herauszufinden, auf welchen Wegen die Schiesseisen bei Drogenbanden landen.

Doch die ATF versagte bei der Überwachung und verlor bis zu 2000 Waffen aus den Augen. In den vergangenen fünf Jahren wurden in Mexiko 94'000 Waffen sichergestellt, 64'000 kamen nach offiziellen Angaben aus den USA.

 

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Eric Holder wird vorgeworfen geheime Akten nicht herausgegeben zu haben.
Washington - In einem beispiellosen Akt hat das US-Abgeordnetenhaus Justizminister Eric Holder wegen Missachtung des Parlaments seine Missbilligung ausgesprochen. Holder ... mehr lesen
Mexiko-Stadt - Im blutigen Drogenkrieg in Mexiko sind im vergangenen Jahr rund ... mehr lesen
Kreuze in Ciudad Juárez.
Die mexikanische Armee beim Einsatz gegen Drogenbanden.
Guadalajara - Die Gewalt im ... mehr lesen
Los Angeles - US-Fahnder haben an ... mehr lesen
Die Grenze zwischen den USA und Mexiko.
Weitere Artikel im Zusammenhang
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Jeff Daniels.
Jeff Daniels.
Der 50. Geburtstag brachte nichts Gutes mit sich für Leinwandlegende  Jeff Daniels (61) wusste nach seinem zweiten Rückfall in die Alkoholsucht, dass er sich nicht alleine erholen können würde. mehr lesen 
98 neue, unbekannte und künstliche Rauschmittel  Lissabon - Immer mehr neue Rauschmittel halten Einzug in Europa. Der europäische Drogenmarkt sei «nach wie vor robust», teilte die ... mehr lesen  
Sorge bereite die Zunahme der Todesfälle wegen Überdosierungen in einigen Ländern.
«Therapeutisches Cannavaping»  Lausanne - Mit E-Zigaretten zerstäubtes Haschisch-Öl ist eine ... mehr lesen  
80 bis 100 Züge mit der so bestückten E-Zigarette entsprechen etwa einem Joint. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 13°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Basel 15°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 17°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Bern 13°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Luzern 14°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 14°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
Lugano 18°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten