US-Finanzskandal: Auch Schweizer Bank betroffen
publiziert: Sonntag, 14. Dez 2008 / 16:44 Uhr

Luzern - Der Skandal um den US-Investor Bernard Madoff hat den Finanzplatz Schweiz erreicht. Kunden der Luzerner Privatbank Reichmuth könnten durch die Machenschaften des New Yorker Financiers Hunderte von Millionen von Franken verloren haben.

Gemäss Medienberichten sind auch weitere Schweizer Banken und Hedge Funds vom Skandal betroffen.
Gemäss Medienberichten sind auch weitere Schweizer Banken und Hedge Funds vom Skandal betroffen.
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Betroffen sei das Anlagevehikel «Reichmuth Matterhorn», wie das Luzerner Privatbank- und Vermögensverwaltungsinstitut auf seiner Internetseite mitteilte.

Dieser Dachfonds habe in Hedge Funds investiert, welche mit Madoff zusammengearbeitet hatten. Bei einem Totalverlust würde Reichmuth Matterhorn etwa 8,6 Prozent an Performance einbüssen, hiess es weiter.

Die betroffenen Fonds machten rund 3,5 Prozent der verwalteten Vermögen in Höhe von etwa 11 Mrd. Fr. aus, teilte die Bank mit. Damit wären fast 400 Mio. Fr. Kundengelder betroffen. Die Bankbilanz sei vom Schaden jedoch nicht belastet.

Gemäss der Luzerner Privatbank ist der Vorfall «unerklärlich». Mehrere renommierte Wirtschaftsprüfungsinstitute hätten die Jahresabschlüsse unter die Lupe genommen.

Weitere Opfer

Gemäss Medienberichten vom Wochenende sind auch weitere Schweizer Banken und Hedge Funds vom Skandal betroffen. Die Genfer Privatbank Bénédict Hentsch hatte bekannt gegeben, dass sie 56 Mio. Franken in Madoff-Anlagen investiert hätte, was unter 5 Prozent der verwalteten Vermögen entspreche.

Mit einem gigantischen so genannten «Schneeballsystem» und vorgegaukelten Renditen hatte Madoff Kunden um bis zu 50 Mrd. Dollar betrogen. Das Geld ist laut Madoff verloren. Am vergangenen Donnerstag wurde Madoff von der US-Bundespolizei FBI verhaftet.

(bert/sda)

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