«Absolut hilfreich»
US-Geheimdienst verteidigt Spähangriffe auf Staatschefs
publiziert: Mittwoch, 30. Okt 2013 / 08:21 Uhr
US-Geheimdienstchef James Clapper.(Archivbild)
US-Geheimdienstchef James Clapper.(Archivbild)

Washington - US-Geheimdienstchef James Clapper hat Spähangriffe auf ausländische Spitzenpolitiker verteidigt. Es sei generell «absolut» hilfreich, an solche Kommunikation zu kommen, sagte der Koordinator der 16 amerikanischen Geheimdienste in einer Kongressanhörung in Washington.

11 Meldungen im Zusammenhang
«Seit ich im Geheimdienstgeschäft bin, 50 Jahre, sind die Ansichten von politischen Führern, in welcher Form sie auch ausgedrückt werden, ein grundsätzliches Element dessen, was wir sammeln und analysieren», sagte Clapper.

Er bestätigte zwar nicht, dass die USA Telefongespräche der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderer Staats- und Regierungschefs abgehört hätten. Es sei aber «von unschätzbarem Wert», die politische Ausrichtung eines Landes zu kennen. Zu den bevorzugten Abhörzielen gehörten auch militärische Führer.

In der vergangenen Woche brachten Recherchen des Magazins «Der Spiegel» die mutmassliche Überwachung des Handys der deutschen Kanzlerin ans Licht. Der US-Geheimdienst NSA soll etwa 35 internationale Spitzenpolitiker ausgespäht haben.

«Strenge Kontrollen»

NSA-Chef Keith Alexander sagte vor dem Ausschuss, die Nationale Sicherheitsbehörde arbeite unter strenger Aufsicht und konzentriere sich darauf, Angriffe auf Amerikaner und Verbündete zu verhindern.

«Es ist viel wichtiger für dieses Land, dass wir diese Nation verteidigen und dafür Kritik einstecken, als dass wir ein Programm aufgeben, was dazu führen würde, dass diese Nation angegriffen würde.» Seit dem 11. September 2001 habe es keinen Terrorangriff auf die USA mit einer grösseren Zahl an Toten gegeben.

«Falsch interpretiert»

Berichte über das Ausspähen der Telefonate von Millionen Bürgern in Frankreich und Spanien durch die NSA wies Alexander als «vollkommen falsch» zurück. Ein Grossteil der Daten sei von den französischen und spanischen Geheimdiensten selber abgeschöpft und dann der NSA zur Verfügung gestellt worden.

In vielen Fällen seien die Telefongespräche nicht einmal in Europa geführt worden. Die Zeitungen hätten die vom früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden weitergegebenen vertraulichen Unterlagen falsch interpretiert.

Die französische Tageszeitung «Le Monde» hatte unter Berufung auf Snowden-Dokumente berichtet, dass die NSA allein im Zeitraum vom 10. Dezember 2012 bis zum 8. Januar 2013 gut 70 Millionen Telefonate in Frankreich überwacht habe.

Die spanische Tageszeitung «El Mundo» berichtete einige Tage später, dass der US-Geheimdienst auch in Spanien binnen eines Monats Daten zu 60 Millionen Telefongesprächen gesammelt habe.

«Auch die USA werden ausspioniert»

Clapper und Alexander zeigten sich in der Befragung ausserdem überzeugt, dass Europa seinerseits die USA und deren Politiker ausspioniere. Auch würden die Europäer massiv Daten eigener Bürger sammeln.

Der deutsche Auslandsnachrichtendienst wies die Anschuldigungen gegenüber der Wochenzeitung «Die Zeit» zurück. «Aus der deutschen Botschaft in Washington wird keine Fernmeldeaufklärung durchgeführt», sagte Gerhard Schindler, der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) dem Blatt.

(ig/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Dschungelbuch In der alternativen Medienakademie ... mehr lesen 2
NSA-Zentrale: System und nicht einfach «Skandal».
«Die Geheimdienste von Deutschland, Frankreich, Spanien und Schweden haben in den vergangenen fünf Jahren Techniken zur massenhaften Überwachung der Internet- und Telefonkommunikation entwickelt.» (Symbolbild)
Berlin - Der britische Geheimdienst GCHQ hat angeblich bei der Entwicklung von Internet- und Telefon-Spionagetechnik eng mit europäischen Geheimdiensten kooperiert. Dies berichtet der ... mehr lesen
Edward Snowden ist bereit zu helfen.
Hamburg - Der Informant Edward ... mehr lesen
Washington - Der US-Geheimdienst NSA hat einen Bericht zurückgewiesen, ... mehr lesen
Der Vatikan wurde laut amerikanischen Geheimdienst nicht bespitzelt. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Etschmayer Die Spitzelposse geht in die nächste ... mehr lesen
Bundeskaiserin, etwas betüpft.
NSA-Chef Keith Alexander: «Die Daten wurden uns geliefert.»
Washington - Die Überwachung von Millionen Telefongesprächen, die jüngst für Empörung in Frankreich und Spanien sorgte, geht offenbar nicht aufs Konto der NSA, sondern war das Werk ... mehr lesen 1
Bern - Die USA wollen angebliche ... mehr lesen 1
Die Schnüffelaktionen der USA machen vor keiner Haustür halt.
Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy hatte erklärt, ihm liege kein Beweis für eine US-Spionage vor.(Archivbild)
Madrid - Der US-Geheimdienst NSA ... mehr lesen
Washington - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Bericht des «Spiegels» zufolge seit mehr als zehn Jahren vom US-Geheimdienst überwacht. Die Nummer des Mobiltelefons von Merkel befinde sich seit 2002 auf einer Liste mit Aufklärungszielen des US-Geheimdienstes NSA. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Kryptowährungen schnell und einfach über das Smartphone kaufen.
Kryptowährungen schnell und einfach über das Smartphone kaufen.
Publinews Spätestens seit dem Bitcoin-Boom im Jahr 2017, wo der Bitcoin-Kurst ein Rekordhoch nach dem nächsten sprengte, interessieren sich nicht nur Technikbegeisterte und Internetaktivisten für Kryptowährungen. mehr lesen  
Lage in der Schweiz und International  Bern - Der 30. Halbjahresbericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) befasst sich mit den wichtigsten Cybervorfällen der zweiten Jahreshälfte 2019 in der Schweiz wie auch international. Schwerpunktthema im aktuellen Bericht bildet der Umgang und die Problematik von Personendaten im Netz. mehr lesen  
SMS-Token zusätzlich zu deinem domains.ch Passwort  St. Gallen - Domains sind ein wertvolles immaterielles Gut. Nicht vorzustellen was passieren würde, wenn dein operativer und Umsatz bringender Online-Shop auf einmal gekapert ... mehr lesen
Einfaches Einstellen der sichereren Zweifaktor-Authentifizierung bei domains.ch.
Kein Erfolg wegen fehlendem Domainnamen? Google Plus
Der passende Domainname fehlte  Nach einem grösseren Datenleck beim erfolglosen Social Media Projekt Google Plus zieht Google den Stecker. Die Gelegenheit scheint günstig diesen überfälligen Schritt zu vollziehen. Die ... mehr lesen  
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 11°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder trüb und nass
Basel 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich trüb und nass
St. Gallen 10°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich trüb und nass
Bern 10°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig trüb und nass
Luzern 11°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig trüb und nass
Genf 10°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen anhaltender Regen
Lugano 11°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten