US-Gericht stoppt Hinrichtung in letzter Minute
publiziert: Mittwoch, 25. Jan 2006 / 11:15 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 25. Jan 2006 / 20:15 Uhr

Miami - Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Mannes in Florida in letzter Minute vorerst gestoppt.

Eine sogenannte Todesliege in den USA.
Eine sogenannte Todesliege in den USA.
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Der Supreme Court erteilte Anweisung, die Exekution solange auszusetzen, bis sich das Gericht erneut dazu geäussert habe. Der wegen Mordes an einem Polizisten verurteilte Clarence Hill hätte am Dienstagabend (Ortszeit) hingerichtet werden sollen.

Hill hatte in Anträgen gegen seine Hinrichtung argumentiert, die Exekution mittels Giftspritze sei eine grausame und unübliche Strafe, was nach der US-Verfassung verboten ist.

Nicht eindeutig

Diese Hinrichtungsart lasse das Opfer unnötig leiden, weil die dabei eingesetzten Schmerzmittel nicht immer wirksam seien, hatte der 47- Jährige vorgebracht. Er stützte sich dabei auf eine in der medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlichte Studie.

Das Oberste Gericht von Florida urteilte allerdings vor wenigen Tagen, selbst die Autoren der Studie hätten betont, dass sie keine eindeutigen Schlüsse zulasse.

Umwandlung der Todesstrafe

Am vergangenen Freitag hatten mehrere katholische Bischöfe sich in einem Offenen Brief an Floridas Gouverneur Jeb Bush und ihn gebeten, die «vom Staat sanktionierte Tötung» von Hill und einem weiteren Todeskandidaten zu überdenken und die Todesurteile in lebenslange Haft umzuwandeln.

Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976 wurden in Florida 60 Menschen hingerichtet.

(ht/sda)

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