Rund 70 Kilometer vor Nordkoreas Grenze
US-Kampfbomber fliegt nach Atomtest über Südkorea
publiziert: Sonntag, 10. Jan 2016 / 10:03 Uhr
B-52-Bomber, die auch atomare Waffen tragen können, sind bereits bei gemeinsamen Manövern mit den südkoreanischen Streitkräften im Einsatz gewesen.
B-52-Bomber, die auch atomare Waffen tragen können, sind bereits bei gemeinsamen Manövern mit den südkoreanischen Streitkräften im Einsatz gewesen.

Seoul - Vier Tage nach dem neuen Atomtest Nordkoreas hat ein Kampfflugzeug der US-Luftwaffe das benachbarte Südkorea überflogen. Der Bomber vom Typ B-52 habe den Luftwaffenstützpunkt Osan überflogen und sei dann zu seinem Stützpunkt auf der Pazifikinsel Guam zurückgekehrt.

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Das teilte das US-Militär mit. Begleitet wurde er von einem südkoreanischen und einem US-Kampfjet. Der Stützpunkt Osan liegt gut 70 Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernt.

Nordkorea hatte am Mittwoch verkündet, erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet zu haben, und damit international Empörung ausgelöst. Atomexperten und die US-Regierung bezweifeln allerdings, dass es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte. Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomtests vorgenommen.

B-52-Bomber, die auch atomare Waffen tragen können, sind bereits bei gemeinsamen Manövern mit den südkoreanischen Streitkräften im Einsatz gewesen. Flüge über Südkorea werden vom US-Militär aber nur selten öffentlich gemacht. Zuletzt war dies nach dem dritten nordkoreanischen Atomtest 2013 der Fall gewesen, als Bomber der Typen B-52 und B-2 nach Südkorea geschickt wurden.

Akt der «Selbstverteidigung»

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verteidigte den jüngsten Atomtest unterdessen als Akt der «Selbstverteidigung». Es sei darum gegangen, den Frieden auf der koreanischen Halbinsel vor einem von «US-geführten Imperialisten» verursachten Atomkrieg zu schützen, sagte Kim laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Sonntag. Dies sei das «legitime Recht eines souveränen Staates» und «faires Handeln, das niemand kritisieren kann».

Kim äusserte sich dem Bericht zufolge bei einem Besuch des Verteidigungsministeriums, bei dem er den nordkoreanischen Streitkräften zu der «erfolgreichen» Explosion gratulierte.

(asu/sda)

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