US-Kletterer rettet sein Leben mit Arm-Amputation
publiziert: Samstag, 3. Mai 2003 / 07:33 Uhr

Salt Lake City - Um sich selbst zu retten, hat ein US-Kletterer die schwerste Entscheidung seines Lebens gefällt: Mit einem Taschenmesser trennte sich Aron Ralston aus Verzweiflung den Arm ab, nachdem er fünf Tage lang unter einem Felsblock eingeklemmt war.

Wanderer fanden den 27-Jährigen am Donnerstag im Canyonlands Nationalpark im US-Bundesstaat Utah mit einem Armstumpf, der bis unter den Ellbogen reichte. Dieser Typ ist ein seltener Held, sagte ein Polizei-Sergeant am Freitag. Er hatte einen Lebenswillen, den andere Menschen nicht haben. Es ist unglaublich.

Dem Sergeant zufolge unternahm Ralston am Samstag eine Klettertour im Blue John Canyon, als sich ein Felsblock löste und ihn einklemmte. Nach fünf Tagen amputierte sich der junge Mann mit dem Taschenmesser den Arm, seilte sich die 21 Meter hohe Felswand ab und lief noch acht Kilometer, bis ihm die Wanderer begegneten.

Diese alarmierten daraufhin den Sheriff und seine Kollegen, die bereits das Nationalpark-Gelände nach dem Vermissten absuchten. Nachdem sein verlassenes Auto gefunden wurde, war Ralston als verschollen gemeldet worden.

Er war bei Bewusstsein und völlig ruhig, obwohl wir die fürchterliche Verletzung sehen konnten, die er sich beibringen musste, sagte der Sheriff. Ralston habe sich selbst einen Druckverband angelegt.

Das einzige, wonach er uns fragte, war Wasser. Es sei ihm zwei Tage vor seiner verzweifelten Befreiungsaktion ausgegangen. Der Abenteurer aus dem Ski-Ort Aspen lief anschliessend selbst zu einem Rettungs-Helikopter, der ihn in ein Spital nach Grand Junction im Bundestaat Colorado an der Grenze zu Utah brachte.

(rr/sda)

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