US-Militärs fürchten Flucht von Saddam Hussein
publiziert: Montag, 7. Apr 2003 / 10:48 Uhr / aktualisiert: Montag, 7. Apr 2003 / 11:08 Uhr

Seit vergangenen Freitag stehen die alliierten Truppen vor den Toren Bagdads und haben am Montagmorgen offenbar einen Palast Saddams und das Informations-Ministerium besetzen können. Die zentrale Frage ist nun: Wie können die Amerikaner und Briten einen Sieg überhaupt klarstellen und klar kommunizieren?

Die Suche nach Bio- oder Chemiewaffen hat sich bisher als erfolglos erwiesen.
Die Suche nach Bio- oder Chemiewaffen hat sich bisher als erfolglos erwiesen.
Saddam Hussein hat offensichtlich die Kontrolle über seine Armee, sofern er überhaupt noch einsetzbare Truppen hat, verloren. Bagdad ist eingekesselt und nur noch aus dem Norden für die Iraker zugänglich.

Der Widerstand der irakischen Elitetruppe konnte nun offenbar schneller gebrochen worden sein, als noch vor Wochenfrist vermutet werde konnte.

Immer wieder hat die Bush Administration, allen voran Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, betont, dass nur der vollständige Sieg akzeptieren werden könne. Für diese vollständigen Sieg ist nur eines gemeint: Der Sturz und der Tod oder die Gefangennahme von Saddam Hussein.

"Enthauptungsschlag"

Alles konzentriert sich auf Saddam Hussein. Mit einem gezielten Raketenangriff hatten die Amerikaner den Krieg in Irak überhaupt begonnen. Offenbar schlug diese Operation fehl. Offenbar ist Saddam noch am Leben.

Und nun nähren sich die Gerüchte, Saddam wolle die Stadt auf der einzigen noch von irakischen Truppen kontrollierten Strasse nach Tikrit in den Norden flüchten. In seiner Heimatstadt soll Saddam extensive bombensichere Bunkerkomplexe angelegt haben.

Eine solche Flucht möchten die US-Militärs auf jeden Fall vermeiden. Sollte ihm tatsächlich die Flucht gelingen, stünden sie ähnlich da, wie bei der Suche nach Osama Bin Laden in Afghanistan; nach wie vor soll der Kopf der El Kaida Terrororganisation am Leben sein.

Die Spitze des irakischen Regimes zu stürzen, ist auch deswegen wichtig, weil damit dem irakischen Volk demonstriert werden könne, dass sie nichts mehr zu fürchten bräuchten. Die Botschaft wäre: Das Regime ist endgültig gestürzt. US-Militärs glauben, viele Iraker bräuchten dieses Signal, um ihre Angst endgültig abzulegen.

Argumentations-Notstand

Bisher konnten nur wenige Bilder gezeigt werden von Irakern, die ihren "Befreiern" zu jubeln. Sie werden nach wie vor als Besetzer wahrgenommen. Die Situation ähnelt der von 1917 als ein britischer Kommandeur Sir General Stanley Maude über Jahre den Irak besetzt hielt, das Volk aber nie davon überzeugen konnte, dass man nicht als Feind im Land sei, sondern als Befreier vor dem damaligen Königshaus.

Doch nicht dem irakischen Volk gegenüber müssen die Kriegsparteien Überzeugungsarbeit leisten. Der Welt muss gezeigt werden, dass der Krieg legitim sei. Und dazu müssen irakische Massenvernichtungswaffen gefunden werden.

Der einzige Beweis, der Irak besitze solche Waffen, ist verdächtiges weisses Pulver, das am internationalen Flughafen von Bagdad gefunden wurde.

Falls Massenvernichtungswaffen nicht gefunden werden, muss dies aber noch lange nicht heissen, der Irak habe auch tatsächlich keine produziert. Amerikanische Geheimdienste sagen, es gebe Hinweise darauf, dass Waffen schon über die Landesgrenzen hinaus geschmuggelt worden seien.

Die kriegsführenden Länder könnten bald mit der ironischen Möglichkeit leben müssen, dass der Einsatz in Irak überhaupt erst dazugeführt habe, dass Massenvernichtungswaffen in die Hände von Terroristen gelangt seien.

(bsk/news.ch)

 
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