US-Polizei spürt Fossetts Flugzeug in Wildnis auf
publiziert: Donnerstag, 2. Okt 2008 / 07:17 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 2. Okt 2008 / 20:00 Uhr

Los Angeles - Nach 13 Monaten der Ungewissheit über das mysteriöse Verschwinden von Steve Fossett herrscht Klarheit: Der amerikanische Abenteurer und Millionär ist über einer einsamen Bergkette in Kalifornien mit seinem Flugzeug abgestürzt.

Nun wurden Kleider und der Ausweis des US-Abenteurers Steve Fossett gefunden.
Nun wurden Kleider und der Ausweis des US-Abenteurers Steve Fossett gefunden.
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Das Flugzeugwrack sei gefunden worden, sagte Polizeisprecher John Anderson am Donnerstag. Es handle sich um jene Maschine, in der der damals 63-jährige Fossett am 3. September 2007 in Nevada zu seinem Flug ohne Wiederkehr aufbrach.

Von Fossett fehle jede Spur. «Ich bezweifle sehr, dass hier jemand lebend herausgekommen ist», sagte der Polizeisprecher. Die Suche nach der Leiche werde fortgesetzt.

Nach ersten Ermittlungen war das Flugzeug auf rund 3000 Metern Höhe an einem Berg zerschellt. «Das Flugzeug ist auseinander gefallen. Den Motor haben wir hundert Meter vom Rumpf entfernt gefunden», sagte Anderson.

Zufallsfund führte zum Wrack

Die Ermittler auf die richtige Spur gebracht hatte der Zufallsfund eines Wanderers Anfang Woche. Er habe eine Abkürzung durch die Wildnis genommen, sagte Preston Morrow gegenüber US-Medien, «und plötzlich fand ich die Ausweise und mehrere 100-Dollar-Scheine zwischen der Erde und den Tannennadeln und ich dachte: 'Wow!'»

Der Ausweis entpuppte sich als Fluglizenz mit Fossetts Namen. Auch ein Pullover wurde gefunden. Am Donnerstag früh erspähte dann ein Suchflugzeug an einer Bergkette an der Ostseite der Sierra Nevada ein Flugzeugwrack. Darauf durchkämmten 50 Menschen und fünf Spürhunde das Gebiet im Yosemite-Nationalparks und wurden fündig.

Die Hoffnung, Fossett lebend zu finden, hatten Angehörige und Freunde schon Wochen nach seinem Verschwinden aufgegeben. Im Februar war er auf Antrag seiner Ehefrau Peggy Fossett von einem Gericht für tot erklärt worden.

Fossett hatte mit einer einmotorigen Maschine einen kurzen Rundflug im US-Staat Nevada machen wollen. Dabei wollte er eine Piste für einen Rekordversuch mit einem raketengetriebenen Fahrzeug suchen.

Rekordjäger

Eigentlich keine Herausforderung für jemanden, der mehr als hundert Weltrekorde aufgestellt hat. So meisterte er 2002 als erster Mensch alleine eine Nonstop-Umrundung der Erde in einem Ballon.

Drei Jahre später flog er mit dem Leichtflugzeug «GlobalFlyer» als erster Mensch allein ohne Zwischenstopp rund um die Welt. Schon früher war er alleine um die Erde gesegelt. Er durchschwamm auch den Ärmelkanal, bestieg Achttausender und durchquerte mit dem Hundeschlitten Alaska.

Nach einer Notlandung war Fossett einmal 50 Kilometer zu Fuss gegangen. Nach so vielen Extrem-Erfahrungen hatten viele die Hoffnung, er könnte einen Absturz überlebt haben und harre irgendwo aus.

Grosssuche blieb erfolglos

Entsprechend umfassend war die Suche - eine der grössten und intensivsten nach einem verschollenen Flugzeug in der jüngeren Geschichte der USA. Rund 52'000 Quadratkilometer hatten Suchtrupps überflogen oder durchquert.

Multi-Millionär Fossett hatte seinen Reichtum als Rohstoffhändler in Chicago und dann als Unternehmer erarbeitet. Nach Einstellung der offiziellen Suchaktion gaben Familie und Freunde über eine Million Dollar für weitere Nachforschungen aus.

«Er war einer, der immer überlebte», sagte Peggy Fossett unter Tränen, als ihr Mann für tot erklärt wurde. «Jeder dachte, er würde eines Tages hereinspazieren und von einem weiteren Abenteuer erzählen.»

(fest/sda)

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