US-Raketenschild-Abkommen in Polen unterzeichnet
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2008 / 22:18 Uhr

Warschau - US-Aussenministerin Condoleezza Rice und ihr polnischer Amtskollege Radoslaw Sikorski haben in Warschau das Abkommen über die Stationierung eines US-Raketenschildes in Polen unterzeichnet.

US-Aussenministerin Rice hat unterschrieben. (Archivbild)
US-Aussenministerin Rice hat unterschrieben. (Archivbild)
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An der Zeremonie nahmen auch Polens Staatspräsident Lech Kaczynski und Regierungschef Donald Tusk teil. Die Vereinbarung sieht den Aufbau eines US-Stützpunkts mit zehn Abfangraketen im Norden des Landes vor.

Mit Tschechien unterzeichneten die USA bereits am 8. Juli ein Abkommen über die Stationierung einer dazu gehörigen Radaranlage. Das gesamte System soll ab 2015 einsatzfähig sein.

Im Gegenzug verpflichten sich die USA, Polen Luftabwehrraketen vom Typ Patriot zur Verfügung zu stellen. Geplant sind ferner US-Finanzhilfen für die polnischen Streitkräfte.

Der geplante US-Raketenschild in Osteuropa richtet sich laut Washington insbesondere gegen den Iran, der trotz internationalen Drucks sein Atomprogramm fortsetzt.

Beziehung zwischen Washington und Moskau belastet

Für die angespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau bedeutet dies eine weitere Belastung. Moskau sieht sich durch das Raketenabwehrsystem in Grenznähe bedroht. Solche Handlungen führten zu einem Wettrüsten, teilte das russische Aussenministerium mit.

Zugleich bekräftigte Moskau sein Angebot, mit dem Westen weiter im Dialog zu bleiben, um die Raketenabwehr für Polen und das Radar für Tschechien noch zu verhindern.

Als Reaktion auf das in Mitteleuropa geplante US-Raketenabwehrsystem hatte sich Syrien zuvor bereit erklärt, russische Raketen zu stationieren. Dies sagte der syrische Präsident Baschar al-Assad vor seinem Besuch in Moskau. Die Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Russland und Syrien gilt als ein Hauptthema des Besuchs Al-Assads in Moskau.

Russland erwägt als Antwort auf das US-System zudem die Verlegung von Kampfjets und Raketen nach Weissrussland. Militärexperten in Moskau brachten auch eine Verlegung von Bombern nach Kuba ins Spiel.

(dl/sda)

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