US-Regierung hatte Zeugen beeinflusst
publiziert: Dienstag, 14. Mrz 2006 / 07:16 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Mrz 2006 / 07:33 Uhr

Washington - Im bislang einzigen US-Terrorprozess im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 droht der Regierung in Washington eine schwere Schlappe.

Zacarias Moussaoui bezeichnete sich immer als glühendes El-Kaida Mitglied.
Zacarias Moussaoui bezeichnete sich immer als glühendes El-Kaida Mitglied.
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Sie soll Zeugen in unerlaubtem Masse beeinflusst haben. Bezirksrichterin Leonie Brinkema vertagte das Verfahren gegen den französischen Staatsbürger Zacarias Moussaoui am Montag in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia, nachdem Zeugen der Anklage vertrauliche Informationen aus bisherigen Aussagen erhalten hatten.

Die Richterin sprach nach US-Medienberichten von einer ungeheuerlichen Verletzung der Verfahrensregeln, die eine Fortsetzung des Prozesses sehr schwierig mache.

Ein Anwalt hat den Angaben zufolge Mitarbeitern der Verkehrssicherheitsbehörde (TSA), die als Zeugen aussagen sollen, die Abschriften der Eröffnungsplädoyers und der ersten Aussagen übermittelt. Er hat ihnen ausserdem Ratschläge gegeben, wie sie auf Fragen antworten sollen.

Lebenslang oder Hinrichtung?

Die Verteidigung verlangte daraufhin die Einstellung des Verfahrens oder aber die Todesstrafe auszuschliessen. Da sich Moussaoui in wesentlichen Anklagepunkten schuldig bekannt hat, geht es im Verfahren lediglich darum, ob er zu einer lebenslangen Haftstrafe oder zum Tode verurteilt wird.

Für die US-Regierung wären sowohl eine Einstellung des Verfahrens als auch ein Verzicht auf die Todesstrafe eine Niederlage. Die Ankläger hatten zu Beginn des Prozesses am Montag vergangener Woche die Todesstrafe gefordert.

Nichts dagegen getan

Der aus Marokko stammende französische Staatsbürger hätte die Anschlagspläne enthüllen und damit fast 3000 Menschenleben retten können, begründete Staatsanwalt Robert Spencer die Forderung.

Moussaoui hat sich wiederholt als glühender Bin-Laden-Verehrer und El-Kaida-Mitglied bezeichnet. Im April vergangenen Jahres bekannte er sich schuldig, unter anderem wegen Verschwörung zur Begehung von Terrorakten. Mit den Anschlägen vom 11. September habe er aber nichts zu tun gehabt.

(fest/sda)

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