US-Soldat Graner verurteilt
publiziert: Samstag, 15. Jan 2005 / 09:32 Uhr

Fort Hood - Der mutmassliche Anführer bei Gefangenenmisshandlungen im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib, Charles Graner, ist am Freitag von einem Militärgericht in Fort Hood, Texas, schuldig gesprochen worden.

Charles Graner und Sabrina Harman mit nackten irakischen Gefangenen.
Charles Graner und Sabrina Harman mit nackten irakischen Gefangenen.
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Die zehnköpfige Jury folgte bis auf eine kleine Veränderung den Vorwürfen der Anklage, die zehn Punkte umfasste.

Sie befand den 36-Jährigen unter anderem der Verschwörung zur Misshandlung, der Misshandlung, der schweren Körperverletzung, der Vernachlässigung der Dienstpflicht und unsittlicher Handlungen schuldig.

Lediglich in einem Fall erkannte sie auf den geringeren Vorwurf der Körperverletzung statt eines tätlichen Angriffs mit wahrscheinlicher Todesfolge.

Strafmass unklar

Über das Strafmass muss noch entschieden werden. Dem 36-jährigen Graner drohten auf der Basis der ursprünglichen Anklage bis zu 17,5 Jahre Haft.

Graner wurde vorgeworfen, die Häftlinge mit besonderem Sadismus traktiert zu haben. So soll er sie gezwungen haben, voreinander zu mastubieren und oralen Sex vorzuspielen. Ausserdem soll er auf Gefangenene gesprungen, auf ihren Händen herumgestampft und sie geschlagen haben.

Bild mit Lynndie England gemacht

Auf Fotos ist zu sehen, wie er grinsend und mit triumphierend hochgehaltenem Daumen neben einer Pyramide aus nackten Gefangenen steht.

Er soll ausserdem das berüchtigte Foto gemacht haben, auf dem die US-Soldatin Lynndie England einen nackten Gefangenen wie einen Hund an der Leine hält.

Am häufigsten zu sehen

Graner war am häufigsten auf den Fotos von Gefangenenmisshandlungen zu sehen, die im April vergangenen Jahres aufgetaucht waren und weltweit Abscheu erregt hatten.

Die Verteidigung hatte in dem Prozess argumentiert, Graner sei lediglich Befehlen von Vorgesetzten gefolgt, Gefangene vor Verhören weich zu klopfen.

Erster Schuldspruch

Der Stabsgefreite ist der erste von sieben der Misshandlung beschuldigten US-Soldaten, dem wegen der Vorgänge der Prozess gemacht wurde.

Vier von ihnen hatten sich zuvor schuldig bekannt und Strafen von einer Degradierung bis hin zu acht Jahren Gefängnis erhalten.

Graner war schon in seinem früheren Zivilleben ein Hang zur Gewalttätigkeit vorgeworfen worden, so in seiner Tätigkeit als Wärter in einem Gefängnis in Pennsylvania.

Er ist der Vater des Kindes, das England im vergangenen Oktober zur Welt brachte. Das Verfahren gegen England soll am Montag beginnen.

(bsk/sda)

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