US-Soldaten liefern Lebensmittel
publiziert: Samstag, 16. Jan 2010 / 08:09 Uhr / aktualisiert: Samstag, 16. Jan 2010 / 17:58 Uhr
US-Soldaten besteigen ein Armee-Flugzeug nach Haiti.
US-Soldaten besteigen ein Armee-Flugzeug nach Haiti.

Port-au-Prince/Washington - Nach dem Eintreffen eines US-Flugzeugträgers vor der Küste Haitis haben US-Soldaten mit der Lieferung von Lebensmitteln und Trinkwasser an die Erdbebenopfer begonnen. Die haitianische Regierung übertrug den USA die Kontrolle des Flughafens der Hauptstadt Port-au-Prince.

9 Meldungen im Zusammenhang
«Wir haben ein Abkommen unterzeichnet, das den USA die Kontrolle über den Flughafen überträgt», teilte Sprecher des US-Aussenmininsteriums, Philip Crowley, mit. Die Vereinbarung gelte, «solange wie nötig, bis die haitianische Regierung bereit ist», die Veranwortung wieder zu übernehmen.

«Bei Nahrungsmitteln sind jetzt 600'000 humanitäre Tagesrationen unterwegs», sagte der Chef der US-Entwicklungsbehörde, (AID), Rajiv Shah, in Washington. Ausserdem seien 100'000 Zehn-Liter-Kanister für Trinkwasser unterwegs, von denen 20'000 voraussichtlich in wenigen Stunden bei den Bedürftigen eintreffen könnten.

Der atombetriebene Flugzeugträger «Carl Vinson» sei vor der Küste angekommen. Mit Atomreaktoren und Wasseraufbereitungsanlagen könnten auf dem Schiff mehr als eine Million Liter Trinkwasser pro Tag hergestellt werden.

Angesichts des zerstörten Hafens von Port-au-Prince sucht die US-Küstenwache in Haiti nach anderen Häfen, über die Hilfstransporte für die Erdbebenopfer angeliefert werden können.

Historische Dimension

Für die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen hat das Jahrhundertbeben historische Dimension. «Was vor allem die logistischen Probleme angeht, sind wir noch nie mit einer solchen Lage konfrontiert worden», erklärte Elisabeth Byrs.

In Haiti sind nach Angaben der Regierung seit dem schweren Beben vom Dienstag 1,5 Millionen Menschen obdachlos. Da das bitterarme Land nur eine sehr mangelhafte Infrastruktur hat, ist die Organisation und Verteilung der humanitären Hilfe schwierig. Wut und Verzweiflung führten am dritten Tag nach dem Beben bereits zu Plünderungen und Gewalt.

Sicherung des Flughafens

Mittlerweile haben US-Soldaten die Sicherung des Flughafens der Hauptstadt Port-au-Prince übernommen, UNO und EU koordinieren die Nutzung des Airports. Oberstes Ziel sei ab sofort, sich um die Grundbedürfnisse zu kümmern: Nahrung, Wasser, Obdach, Decken und Planen. Bei dem Beben starben nach Angaben der haitianischen Regierung vermutlich mehr als 50'000 Menschen.

Die USA haben nach den Worten ihres Präsidenten Barack Obama eine der «grössten Hilfsaktionen» ihrer Geschichte für das Katastrophengebiet in Haiti gestartet. Die Hilfeleistungen für den von einem schweren Erdbeben verwüsteten Karibikstaat müssten «Monate und Jahre» laufen.

Obama äusserte sich nach einem Gespräch mit seinen Amtsvorgängern George W. Bush und Bill Clinton, die er mit dem Eintreiben von Spenden für Haiti beauftragt hat. Clinton, der zugleich UNO-Sonderbeauftragter für Haiti ist, und Bush hätten die Leitung der «Clinton-Bush-Stiftung für Haiti» angenommen, sagte Obama.

(smw/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Bei einem Treffen mit ... mehr lesen
Versprach weitere Hilfe: US-Präsident Obama.
Die Matcheinnahmen der Tageskasse fliessen der Glückskette zu.
Schöne Geste der Kloten Flyers. ... mehr lesen
Washington - US-Präsident Barack ... mehr lesen
Barack Obama schreibt jetzt auch Twitter-Nachrichten.
Treffen der Generationen.
Port-au-Prince/Washington - ... mehr lesen 5
Weitere Artikel im Zusammenhang
Eine Gruppe von 41 Spezialisten befindet sich nun in der Region.
Bern - Ein Flugzeug mit Schweizer Hilfsgütern für mehr als 10'000 Menschen ist im Katastrophengebiet in Haiti gelandet. Zudem befinden sich nun rund 40 Experten in der Region. mehr lesen
Bern - Beim Erdbeben in Haiti vom ... mehr lesen
Das Budget der Schweizer Nothilfe für Haiti beläuft sich auf rund 3 Millionen Franken.
Bern - Die Schweiz verstärkt in Haiti ihre Hilfsequipe. Bis am Abend sollten 32 Schweizer Experten, darunter mehrere Ärzte, in Port-au-Prince sein. Dies sagte der Chef der Humanitären Hilfe, Toni Frisch, vor den Medien in Bern. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Schon wieder ein Vorfall am Weissen Haus.
Schon wieder ein Vorfall am Weissen Haus.
USA  Washington - Ein Metallteil, das über den Zaun des Weissen Hauses in Washington geworfen wurde, hat vorübergehend einen Alarm in der Residenz des US-Präsidenten ausgelöst. mehr lesen 
Achtens Asien Mit seinem Besuch in Vietnam hat US-Präsident Obama seine seit acht Jahren verfolgte Asienpolitik abgerundet. Die einstigen Todfeinde USA und Vietnam sind, wenn auch noch ... mehr lesen  
Obama in Hanoi mit der Präsidentin der Nationalversammlung, Nguyen Thi Kim Ngan auf einer Besichtigungstour: Willkommenes Gegengewicht zu China.
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat unter Donald Trump antreten. «Ich wäre nicht die richtige Wahl für ihn», sagte Rubio dem ... mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am ... mehr lesen
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 11°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 12°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 14°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 11°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 15°C 24°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Nebel
Genf 15°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten