US-Truppen auf halbem Weg nach Bagdad
publiziert: Freitag, 21. Mrz 2003 / 09:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 21. Mrz 2003 / 10:29 Uhr

Bagdad - Die Bodenoffensive ist im vollen Gange. Die Vororte der nordirakischen Stadt Mosul sind am Morgen von einer zweiten Serie von Explosionen erschüttert worden. Das berichtete der Korrespondent des arabischen Senders El Dschasira in Mosul.

2 Meldungen im Zusammenhang
Nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur Reuters legte eine Panzereinheit der US-Streitkräfte auf ihrem Vormarsch Richtung Bagdad bis Freitagmorgen 150 Kilometer ins Landesinnere Iraks zurück.

"Wir sind nun rund 150 Kilometer tief im Landesinneren Iraks. Es gab keine Gegenwehr und es wurden, soweit ich sehen kann, keine Gefangenen genommen", sagte der Reuters-Korrespondent. Die Division umfasst mehr als 2000 Panzer, Sturmfahrzeuge, Lastwagen und Tanklaster. Der Konvoi begann seinen Vorstoss von Kuwait aus am späten Donnerstagabend.

Angriff in Nordirak

In der Stadt Mosul heulten die Sirenen heute Morgen früh erneut auf. Weiter nördlich in Bagdad habe es bei mehreren Dutzend Raketenangriffen in der Nacht insgesamt 36 Verletzte gegeben, berichtete der Sender El Dschasira. Ein irakischer Militärsprecher hatte zuvor von vier toten Soldaten und zwei getöteten Zivilisten im gesamten Irak gesprochen.

Heli-Absturz

In der zweiten Kriegsnacht kamen auch Soldaten der alliierten Streitkräfte ums Leben. Nach neuesten Angaben starben acht amerikanische und vier britische Soldaten bei einem Helikopterabsturz in Kuwait. Der Helikopter vom Typ CH-46 Sea Knight sei aber nicht beschossen worden, hiess es aus dem US-Verteidigungsministerium. Man gehe von technischem Versagen aus.

Aus irakischen Quellen wurde allerdings gemeldet, man habe bisher drei Helikopter der allierten Streitkräfte abgeschossen.

Regierungsgebäude angegriffen

Am Abend waren bei massiven Angriffen mehrere Regierungsgebäude, darunter das Planungsministerium, stark beschädigt worden. Insgesamt sollen mehr als 100 Marschflugkörper abgefeuert worden sein. Das irakische Fernsehen bestätigte einen Angriff auf das Haus der ersten Ehefrau von Präsident Saddam Hussein und ihrer Töchter. Dabei sei ein Offizier verletzt worden.

Die irakische Führung dementierte dagegen Berichte über die Einnahme des südlichen Hafens von Umm Kasr. Der US-Fernsehsender CNN zeigte am Freitagmorgen Bilder, die amerikanische Soldaten beim Vorrücken mit Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Helikoptern durch die Wüste zeigen.

Truppen auf halbem Weg

Die Streitkräfte der allierten bewegen sich im schnellen Tempo auf Bagdad zu. Die Panzer erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h. Sie können allerdings nur so weit vorrücken, wie es die Rechweite der grossen Tankwagen erlauben. Die riesigen Laster mit Treibstoff können sich nur mit maximal 40 km/h durch die Wüste bewegen.

Die Panzer bewegen sich stossweise auf Bagdad zu. Sie preschen vor und halten so lange die Stellung, bis sie von den Tanklastern eingeholt wurden und auftanken können. Kommt es zu keinen Gefechten mit irakischem Militär, rechnet man damit, dass die Militärs am frühen Abend (MEZ) die Stadtgrenzen von Bagdad erreichen werden.

US-Bodentruppen befänden sich von Kuwait aus auf halbem Weg nach Bagdad. Laut CNN trafen die Truppen bei dem Vormarsch auf wenig Widerstand. Unabhängige Bestätigungen gab es dafür vorerst nicht. Gleichzeitig bewegten sich amerikanische und britische Verbände in Richtung der südlichen Hafenstadt Basra.

Erste Gefangene

Britische Truppen haben die Gefangennahme von irakischen Soldaten gemeldet. Über Anzahl der Gefangenen und Hergang der Gefangennahme wurde noch nichts bekannt. Angst besteht aber vor Selbstmordattentätern, die sich unter Kriegsgefangenen mischen und Anschläge ausüben.

CNN strahlte Bilder von der Gefangennahme irakischer Zivilisten aus, die sich zwar als irakische Soldaten auswiesen, sich ihren Uniformen aber entledigt hatten. CNN gab an, die Gefangenen hätten sich durch die amerikanischen Flugblätter-Aktionen ermutigt gefühlt.

Unklar ist, was mit den Kriegsgefangenen gemacht wird: Ob diese bis zum Ende des Krieges gefangen gehalten oder ob sie in Kuwait freigelassen werden.

Bush zufrieden

US-Präsident George W. Bush zeigte sich zufrieden mit den ersten Ergebnissen. Er unterschrieb ein Dekret zu Einfrierung irakischer Vermögenswerte in den USA. Andere Länder wurden aufgefordert, ähnliche Massnahmen zu ergreifen.

(bsk/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kuwait-Stadt/Washington (sda/afp/dpa) Ein US-Transporthelikopter mit britischen ... mehr lesen
Transporthelikopter vom Typ CH-46 Sea Knight.
Der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bestätigt die Kapitulationsverhandlungen.
Washington - Zwischen dem US-Verteidigungsministerium und irakischen Militärs sind offenbar Gespräche im Gang. Dabei ginge es um die Kapitulation irakischer Einheiten. mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
«Unsere Streitkräfte haben 460 Leute evakuiert», sagte ...
Gelungene Flucht  Nahe Falludscha - Hunderten Irakern ist am Freitag die Flucht aus der belagerten Stadt Falludscha gelungen. Es war nach irakischen Angaben die grösste Gruppe, die die seit Tagen umkämpfte Stadt verlassen konnte. Dort leben nach Schätzungen rund 50'000 Menschen. mehr lesen 
G7-Gipfel in Japan  Ise-Shima - Die G7-Staaten haben die Flüchtlingskrise als «globale Herausforderung» anerkannt und weltweites Wirtschaftswachstum als «dringende Priorität» bezeichnet. Das geht aus der am Freitag im japanischen Ise-Shima verabschiedeten gemeinsame Erklärung hervor. mehr lesen   1
Demonstranten drängen in «Grüne Zone»  Bagdad - Tausende Anhänger des Schiitenpredigers Moktada al-Sadr haben am Freitag erneut versucht, das Regierungsviertel in Bagdad zu stürmen. Die Demonstranten konnten sich durch ein Tor zur stark abgesicherten «Grünen Zone» drängen, wurden jedoch rasch wieder zurückgedrängt. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 8°C 12°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 12°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen 6°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern 10°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 3°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 8°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 2°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten