USA auf dem Weg zur Supermacht
publiziert: Donnerstag, 27. Jan 2005 / 12:34 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 27. Jan 2005 / 13:37 Uhr

Österreichs Bilanz mit 21 Siegen in den bisherigen 49 Weltcup-Prüfungen ist (wieder einmal) die weitaus beste. Sie täuscht allerdings über das aktuelle Kräfteverhältnis hinweg: "Bormio 2005" kündigt sich als "WM der Ausgeglichenheit" an.

Von Bode Miller erwartet der US-Verband mindestens eine Medaille, insgesamt werden acht erhofft.
Von Bode Miller erwartet der US-Verband mindestens eine Medaille, insgesamt werden acht erhofft.
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Die Liste mit den Medaillenkandidaten ist internationaler bestückt denn je; im Weltcup ist die Anzahl der "hochkarätigen Einzelkämpfer" noch einmal angewachsen. Der Kanadier Tom Grandi hat sich mit seinen Siegen in Alta Badia und Flachau im Riesenslalom ebenso zu den "Grossen" gesellt wie die Slowenin Tina Maze, die in diesem Winter schon drei erste Plätze auf ihrem Konto hat.

Finnland hat mit Kalle Palander und Tanja Poutiainen, die als einzige Fahrerin bereits vier Rennen gewonnen und den Slalom-Weltcup schon vor dem Finale in der Lenzerheide für sich entschieden hat, zwei heisse Eisen im Feuer. Kroatien stellt mit den Geschwistern Ivica und Janica Kostelic die Titelverteidiger im Slalom beziehungsweise in Slalom und Kombination, die Schwedin Anja Pärson, Weltmeisterin im Riesenslalom, hat mit ihrem Slalom-Sieg am vergangenen Sonntag gezeigt, dass sie sich just auf die WM hin wieder ihrer Bestform nähert.

Die Kategorie der "Einzelkämpfer" komplettieren Routiniers wie der an Grossanlässen immer "auf den Punkt bereite" Norweger Lasse Kjus und Hilde Gerg, nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Maria Riesch Deutschlands grösste Medaillenhoffnung.

Osi Inglin: "Wetten, dass..."

Selbst die Wahrung der Nummer 1 unter den alpinen Skinationen wird Österreich nicht mehr vorbehaltlos zugetraut. Zum grossen Gegenspieler könnten in der Teamwertung die USA werden. Einer ist sogar davon überzeugt, dass die Amerikaner den ÖSV-Athleten den Rang ablaufen werden: Osi Inglin, der Rennleiter der Schweizer Skimarke Stöckli und frühere Weltcup-Trainer von Swiss-Ski, bietet Wetten darauf an, dass die USA in Bormio Platz 1 im Medaillenspiegel einnehmen werden. Die Affinität Inglins zu den Vereinigten Staaten kommt nicht von ungefähr. Der Schwyzer war vor seinem Amtsantritt bei Stöckli ein Jahr lang als Trainer an einem US-College tätig.

Die Erfolge von Bode Miller, Daron Rahlves oder Lindsey Kildow, neben Tanja Poutiainen die Aufsteigerin des Jahres, haben auch verbandsintern die Erwartungen in die Höhe schnellen lassen. Alpin-Direktor Jesse Hunt rechnet mit acht Medaillen. Das wären zwei mehr als vor zwei Jahren in St. Moritz, als die "Amis" mit je zweimal Gold, Silber und Bronze das Oberengadin verlassen hatten. Im Gegensatz zu Inglin spekuliert Hunt indes (noch) nicht mit der Spitzenposition in der Nationenwertung: "In Bormio wollen wir lediglich einen Schritt vorwärts tun, um dann bei den Olympischen Spielen 2006 ganz oben zu sein."

Alles Miller oder was?

Die grössten amerikanischen Hoffnungen ruhen natürlich auf Bode Miller -- obwohl der Weltcup-Leader nach seinem grandiosen Saisonstart mit sechs Siegen den Nimbus des "Unschlagbaren" längst eingebüsst hat. Millers Situation erinnert an 2003. Auch damals war es ihm unmittelbar vor der WM nicht wunschgemäss gelaufen, und im Slalom war er selten durchgekommen. Dennoch wurde Miller in St. Moritz mit zwei Gold- und einer Silbermedaille zum "Mann der WM". Auf jeden Fall ist Miller in allen Wettkämpfen für eine Schlagzeile gut - im positiven wie im negativen Sinne.

Daron Rahlves ist in der Abfahrt und vor allem im Super-G alles zuzutrauen, ungeachtet dessen, dass er nach dem üblen Sturz im Riesenslalom in Adelboden weiterhin noch nicht schmerzfrei ist. Auch für Hermann Maier ist der Kalifornier ein ganz heisser Kandidat: "Daron (Rahlves) ist für mich der grosse Favorit im Super-G." Auch wenn Maier die Prognose mit einem Lächeln von sich gegeben hat, ist der Respekt spürbar.

Kein Wunder: Am Montag hielt er Rahlves bei seinem Sieg im Super-G in Kitzbühel um ganze zwei Hundertstel auf "Distanz". Rahlves war es auch, der den Österreichern an der Heim-WM 2001 in St. Anton eine der grössten "Watschn" verpasste, als er ihnen das "programmierte" Super-G-Gold wegschnappte und sich Stephan Eberharter und Maier mit Silber und Bronze bescheiden mussten.

In Bormio rechnen ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und Alpinchef Hans Pum mit "sechs bis acht Medaillen". "Das ist realistisch", sagt Pum, warnt aber gleichzeitig vor übertriebenem Optimismus. "Es kann viel passieren, denn die Dichte ist gross." Dazu tragen die Fahrerinnen und Fahrer aus Österreich einen wesentlich Teil bei, ja für die Männer-Abfahrt ist die interne Dichte sogar zu gross.

Neben dem direkt qualifizierten Titelverteidiger Michael Walchhofer wird wohl nur der zweifache Saisonsieger Johann Grugger einen Fixplatz auf sicher haben. Für die verbleibenden drei Startplätze kommen vier Fahrer in Frage, unter ihnen Hermann Maier und Olympiasieger Fritz Strobl. Würden die Resultate im Weltcup als Kriterium herangezogen, hätte Maier die schlechtesten Karten. Er ist der einzige der Kandidaten, der nach sieben Abfahrten noch ohne Podestrang dasteht.

In den Speed-Wettbewerben der Frauen ist den arrivierten Renate Götschl, Hilde Gerg und Michaela Dorfmeister, der Weltmeisterin im Super-G, durch Lindsey Kildow zusätzliche Konkurrenz erwachsen. Die 20-Jährige aus Vail hat nach ihrem Premierensieg in der Abfahrt in Lake Louise eine fantastische Konstanz an den Tag gelegt. Im Slalom werden Tanja Poutiainen, Anja Pärson, Janica Kostelic und Marlies Schild am höchsten auf den Titelgewinn gehandelt. Im Riesenslalom gesellt sich Tina Maze dazu.

Zwei Titelverteidiger fehlen

Ihren Titel nicht verteidigen werden der zurückgetretene Stephan Eberharter und die rekonvaleszente Mélanie Turgeon. Der Zillertaler Eberharter war in St. Moritz zwölf Jahre nach seinem Überraschungscoup in Saalbach zum zweiten Mal Super-G-Weltmeister geworden. Die Kanadierin, die wegen ihren chronischen Rückenbschwerden die Saison vorzeitig beenden musste, hatte Gold in der Abfahrt gewonnen.

(David Bernold/Si)

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