USA forcieren Kampf gegen Online-Kinderpornos
publiziert: Montag, 19. Mai 2008 / 13:49 Uhr

Washington - Vergangene Woche hat der Rechtsausschuss des US-Senats einen Gesetzesentwurf verabschiedet, mit dem die Bekämpfung von Kinderpornographie vor allem im Internet vorangetrieben werden soll.

Die Fahnder können auch Filesharing-Netzwerke nach illegalen Inhalten durchsuchen. (Archivbild)
Die Fahnder können auch Filesharing-Netzwerke nach illegalen Inhalten durchsuchen. (Archivbild)
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Wie das Branchenportal «Cnet» berichtet, wurden für die Umsetzung des so genannten «Combating Child Exploitation Acts» Fördergelder in der Höhe von über einer Milliarde Dollar für die nächsten acht Jahre bewilligt.

Ein Grossteil der freigegebenen Summe wird dabei unter anderem in die Entwicklung eines speziellen Computersystems fliessen, das die Verfolgung und das Aufspüren von Pädophilen im Internet wesentlich verbessern soll.

Die Vernetzung und Informationsweitergabe zu einschlägigen Fällen unter den zuständigen Strafverfolgungsbehörden soll durch das neue System ebenfalls effizienter gestaltet werden.

«Den Raubtieren den Hahn zudrehen»

«Wir müssen den Vollzugsbehörden die Geldmittel und Werkzeuge in die Hand geben, die nötig sind, um den Raubtieren im Internet den Hahn zuzudrehen», erklärt der für den Gesetzesentwurf verantwortliche Demokrat Joe Biden.

Die nun verabschiedete Vorlage sei in dieser Hinsicht ein wichtiger Schritt im Rahmen des Bestrebens, das Problem der zunehmenden Verbrechen gegen Kinder im Internet anzupacken.

Entscheidend sei in diesem Zusammenhang aber letztendlich auch der vernünftige Einsatz der bewilligten Fördergelder. So fordert Biden etwa die Anstellung von 250 zusätzlichen FBI-Agenten, die sich speziell mit Fällen von Online-Übergriffen gegenüber Kindern befassen sollen.

«Operation Fairplay»

Kernpunkt der künftigen Strategie bildet aber ein Software-Tool namens «Operation Fairplay». Das bereits vor zwei Jahren von der Staatsanwaltschaft Wyoming entwickelte System hilft Ermittlern bei ihrer Suche nach kinderpornografischem Material im Internet.

Fahnder haben damit etwa Zugriff auf Filesharing-Netzwerke und können diese so anhand bestimmter Schlüsselwörter nach illegalen Inhalten durchsuchen.

Wird die Software fündig, liest sie automatisch die entsprechende IP-Adresse des dafür verantwortlichen Anbieters aus. Das Programm, mit dessen Hilfe angeblich bereits mehr als 600'000 Rechner mit Kinderpornos in den USA aufgespürt werden konnten, soll nun für zwei Millionen Dollar zu einem «National Internet Crimes Against Children Data System» ausgebaut werden.

Offene Fragen geklärt

Der vergangenen Donnerstag verabschiedete Gesetzesentwurf sieht aber nicht nur eine Verbesserung der finanziellen und technischen Unterstützung vor, sondern erweitert die bislang in den USA geltenden Kinderpornografiegesetze auch inhaltlich.

Ein Bereich des mittlerweile bewilligten Entwurfs legt beispielsweise ausdrücklich fest, dass das Live-Übertragen von sexuellen Übergriffen gegenüber Kindern mithilfe einer Webkamera illegal ist. Dieser Punkt hatte bislang laut Biden rechtlich gesehen als «noch offene Frage» gegolten.

Auch die Schliessung einer bekannten Rechtslücke wird durch das neue Gesetz vollzogen. So sollen künftig auch solche bildlichen Darstellungen von Kindern verboten sein, die ursprünglich harmlos waren und erst durch nachträgliche Bearbeitung eine explizite sexuelle Handlung zeigen.

(rr/pte)

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