USA fordern Verbot von Prostitution Minderjähriger in der Schweiz
publiziert: Dienstag, 26. Jun 2012 / 19:31 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 26. Jun 2012 / 20:57 Uhr
Ein Gesetz gegen Prostitution Minderjähriger ist in Vorbereitung.
Ein Gesetz gegen Prostitution Minderjähriger ist in Vorbereitung.

Bern - Bei einem Arbeitsbesuch mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat der US-Sonderbotschafter Luis CdeBaca am Dienstag die Anstrengungen der Schweiz gegen Menschenhandel gewürdigt. Er kritisierte jedoch, dass in der Schweiz die Prostitution Minderjähriger nicht verboten sei.

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Wie das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) in einem Communiqué schrieb, erklärte die Schweizer Justizministerin bei dem Treffen in Bern, dass dieses Verbot bald kommen dürfte; eine entsprechende Gesetzesänderung sei aufgegleist worden. Zudem verfolge die Schweiz den Menschenhandel «unabhängig vom Alter der Opfer».

Sommaruga und CdeBaca erörterten während des eintägigen Besuchs die Schweizer Strategie zur Bekämpfung von Menschenhandel und -schmuggel. Die Bundesrätin wies darauf hin, dass ab Beginn 2013 eine nationale Zeugenschutzstelle beim Bundesamt für Polizei (fedpol) ihre Arbeit aufnehmen werde.

CdeBaca traf sich zudem mit dem stellvertretenden fedpol-Direktor Adrian Lobsiger, dem Geschäftsführer der fedpol-Koordinationsstelle gegen Menschenhandel, Menschenschmuggel (KSMM) sowie Vertretern von Nichtregierungsorganisationen aus dem Bereich.

Opfer sind meist Frauen

Laut dem letzte Woche veröffentlichten fedpol-Jahresbericht stabilisierte sich die Lage beim Menschenhandel und -schmuggel in der Schweiz nach einem starken Anstieg im Jahr 2010. Insgesamt gingen letztes Jahr 3860 Meldungen (Vorjahr 4281) ein, die in 626 Falldossiers zusammengeführt wurden.

Im Vordergrund stehen beim Menschenhandel vor allem Frauen, die zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in die Schweiz gebracht werden. Bei der Mehrheit dieser Opfer handelt es sich um Roma-Frauen, die aus Bulgarien und Rumänien kommen.

CdeBacas Behörde im US-Aussenministerium ist zuständig für die Überwachung und Bekämpfung des Menschenhandels. Sie teilte letzte Woche mit, bis zu 27 Millionen Menschen würden weltweit in Verhältnissen leben, die der Sklaverei ähneln. Die Opfer würden unter anderem zu schwerer körperlicher Arbeit, zum Betteln, zur Zwangsheirat oder zur Prostitution gezwungen.

Nur 33 der 185 untersuchten Staaten kommen allen Bedingungen im Kampf gegen den Menschenhandel nach. Am schlechtesten bewertet wurde die Lage in Syrien, Algerien, Libyen, der Sudan, Kuwait, die Zentralafrikanische Republik, Kuba, Nordkorea und im Iran.

 

(fest/sda)

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