USA im Banne der TV-Debatte
publiziert: Freitag, 1. Okt 2004 / 16:11 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Okt 2004 / 18:03 Uhr

Coral Gables - US-Präsident George W. Bush hat gehofft, seinem Rivalen schon in der ersten Runde des rhetorischen TV-Boxkampfes Schläge verpassen zu können.

Kerry lächelt, Bush wirkt etwas verkrampft.
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Transkription der TV-Debatte
Text auf der Website der amerikanischen Regierung, whitehouse.gov. (englischer Inhalt)
www.whitehouse.gov/news/releases/2004/10/20041001.html

Doch sein Herausforderer John Kerry schaffte ein Comeback.

Hinter ihren Stehpulten in der "University of Miami" im Bundesstaat Florida boten die Kandidaten ein Bild der Kontraste.

Kerry, der den Präsidenten um 13 Zentimeter überragt, erschien locker und entspannt, schmunzelte und lachte oft, gestikulierte viel.

Bush wirkte gestresst, verzog öfters ärgerlich die Miene, wenn er zuhören musste, biss sich von innen die Backe. Kerry schien in seinem Element.

Bush dagegen vermisste offenbar den stimulierenden Jubel seiner Wahlveranstaltungen - das Publikum im Saal war von Moderator Jim Lehrer zu absoluter Stille verpflichtet worden.

Kernpunkt: Terrorismus

In dieser ersten Debatte ging es um die Aussen- und Sicherheitspolitik. Bush porträtierte sich selbst wie bisher als einen entschlusskräftigen Präsidenten, der im Kampf gegen Terroristen unbeirrbar bleibt: "Das beste Mittel, sie zu besiegen, ist nie zu zaudern, stark zu sein."

Den Rivalen schalt er wegen dessen oft schwer nachvollziehbarer Wendungen in der Irak-Politik als wankelmütig und opportunistisch: "Man kann nicht führen, wenn man uneindeutige Botschaften aussendet." Kerry wiederum erklärte, Selbstgewissheit sei kein Wert an sich: "Man kann sich sicher sein und sich dabei täuschen."

Kerry ging in die Offensive

Er unterliess es, sich wie früher auf umständliche Rechtfertigungen einzulassen und setzte voll auf Offensive. Der Demokrat kritisierte, dass Bush mit dem Krieg gegen den irakischen Machthaber Saddam Hussein die falschen Prioritäten gesetzt habe: Die Anstrengungen hätten Osama bin Laden gelten sollen.

Zwar konnte der Herausforderer ebenso wenig ein griffiges Konzept präsentieren, wie die USA aus dem Schlamassel in Irak wieder herauskommen sollen. Doch war er rhetorisch effektiv, indem er Formulierungen des Präsidenten aufgriff und gegen ihn verwendete.

Nachdem Bush in seinen Begründungen für den Irak-Krieg an den Terror des 11. September 2001 erinnert hatte, konterte der Demokrat mit eingängigen Stakkatosätzen, wie sie sonst eher vom Präsidenten bekannt sind: "Saddam Hussein hat uns nicht angegriffen. Osama bin Laden hat uns angegriffen. El Kaida hat uns angegriffen."

Danach: Duell zwischen Strategen

Direkt nach Ende des Duells tobte dann zwischen den Strategen und Beratern beider Kandidaten der Kampf um die Deutungshoheit.

Karl Rove, der politische Chefberater des Präsidenten, wollte "einen der besseren Debattenauftritte des Präsidenten" gesehen haben und "einen von Kerrys schlechtesten".

Tad Devine, einer der Chefstrategen Kerrys, hatte dagegen einen "schwachen und defensiven" Präsidenten und einen souveränen Herausforderer erlebt: Dies werde einen "enormen Einfluss" auf die restlichen viereinhalb Wochen des Wahlkampf haben, frohlockte er.

(Von Daniel Jahn/afp)

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