Bericht aus Washington
USA kritisiert Jugend-Prostitution in der Schweiz
publiziert: Dienstag, 28. Jun 2011 / 09:39 Uhr
Viele junge Ausländerinnen werden in der Schweiz zu Sexarbeit gezwungen.
Viele junge Ausländerinnen werden in der Schweiz zu Sexarbeit gezwungen.

Washington - Die USA haben die Schweiz erneut wegen ihrer Politik zur Verhinderung von Menschenhandel gerügt. Wieder war das in der Schweiz geltende Schutzalter von 16 Jahren für Prostitution Anlass der Kritik Washingtons.

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Im schweizerischen Recht gebe es kein umfassendes Gesetz, das Prostitution bei 16- und 17-Jährigen unter Strafe stelle. Dies steht in dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des US-Aussenministeriums über die weltweiten Bemühungen zur Beseitigung von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung.

Wegen dieser rechtlichen Lücke war die Schweiz im vergangenen Jahr in der von den USA erstellten Liste der Staaten mit mangelhafter politischer Handhabe gegen Menschenhandel zurückgestuft worden. Auch dieses Jahr fungiert die Schweiz nicht mehr im Spitzen-, sondern im Mittelfeld.

Im jüngsten Bericht hiess es weiter, dass die Schweiz zwar wichtige rechtliche Massnahmen zur Behebung des Problems ergriffen habe, jedoch noch mehr unternehmen müsse. Dem Land wurde zudem empfohlen, das Strafmass für verurteilte Menschenhändler anzuheben.

Bis zu 3000 Opfer in der Schweiz

Die Schweiz sei in erster Linie ein Zielland und weniger ein Durchgangsland für Frauen und Minderjährige, die zu Arbeit im Sexgewerbe, zu Bettelei oder Diebstahl gezwungen würden. Das US-Aussenministerium schätzt die Zahl der in der Schweiz betroffenen Personen auf 1500 bis 3000.

Justizministerin Simonetta Sommaruga hatte Anfang Juni im Ständerat angekündigt, die auch von den USA geforderte Gesetzesänderung in Kürze in die Vernehmlassung zu schicken.

Demnach sollte sich künftig in der Schweiz strafbar machen, wer gegen Bezahlung sexuelle Dienste von unter 18-Jährigen beansprucht. National- und Ständerat hatten ihrerseits eine Motion gegen Kinderprostitution überwiesen.

In seinem Bericht zum Menschenhandel nannte das US-Aussenministerium am Montag von den insgesamt 184 untersuchten Ländern 23, die internationale Mindeststandards nicht erfüllt hätten, zehn mehr als im Vorjahr.

Und 41 Nationen wurden auf eine Kontrollliste gesetzt. Somit drohen ihnen Sanktionen, falls sie keine effektiveren Methoden im Kampf gegen Menschenhandel ergreifen. «Alle Länder können und müssen mehr tun», sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton bei der Vorstellung des Berichts.

(bert/sda)

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Nix dagegen
Ich habe nichts gegen diese Kritik. Sie scheint auch berechtigt.

ich habe aber Probleme damit, dass in der Welt mit zwei Ellen gemessen wird. Wie wäre es mal ganz klar die USA zu kritisieren. Zum Beispiel Sanktionen wenn Guantanamo nicht geschlossen wird, etc.

Warum keine Fingerabdrücke von US-Touristen am Zürcher Flughafen? Müssen wir doch auch.

Warum kann nicht jede US-Firma für jeden Scheissdreck auch in der Schweiz verklagt werden?

Warum setzen wir die USA nicht auf eine schwarze Liste, weil die Banken Gesetze und die Firmenkonstrukte in Delaware und Las Vegas die internationalen Geldwäscherei-Bestimmungen nicht erfüllen.

Warum sollen wir unser Bankgeheimnis aufgeben, während es in USA de facto gegeben ist?

Warum wird die USA von den Rating Agenturen nicht zurückgestuft?


Die USA können für Öl noch ein bisschen Weltpolizei spielen. Den ethischen, moralischen und wirtschaftlichen Führungsanspruch haben sie aber schon lange verloren. Es wird Zeit dass das die europäische Politik auch langsam schnallt.

Berechtigte Kritik tut jedem Land gut. Im Falle USA sind die Europäer aber nur Hosenscheisser.
Reflex
Typische, reflexartige Reaktionen von düpierten möchtegern Patrioten. Ist denn das so schwer, Kritik anzunehmen? Die Schweiz hat durchaus auch ihre Schwächen. Welches Land oder Institution darf denn Missstände in der Schweiz anprangern? Ich bin jedenfalls froh, wenn andere uns auf die Finger schauen, sonst wird unser Image noch mehr von Parteien wie der SVP in den Dreck gezogen.
Doppelmoral
Jugendliche sind zu schützen, das wissen wir selbst auch: http://www.parlament.ch/d/mm/2011/Seiten/mm-rk-s-2011-05-06.aspx.

Wir brauchen keinen Mahnfinger eines Staates, dessen Doppelmoral zum K..... ist.
Wische zuerst vor deiner eigenen Türe...
...aber da liegt so viel dreck, dass man lieber drüberhinweg schaut, als aufzuräumen.
Die USA, als Kriegsverbrecher Nr. 1 und mit einer Prostitutionsrate, die die anderen Länder bei weitem übersteigt, haben nun wirklich nichts mehr zu melden. Die USA sind ein Auslaufmodell....
Unglaublich
Selber foltern, Kriege führen und was weiss Gott noch, aber andere kritisieren was das Zeug hält. Aber das passt ja, schliesslich schauen die Leute weniger auf einem selber wenn man auf andere zeigt.
Die USA haben weiss Gott andere Probleme!
Als sich dauernd in die Angelegenheiten Anderer einzumischen. Und von wegen Moral sollten sie mucksmäusschen still sein.

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