US-Militär geht von 12'000 russischen Soldaten in Ostukraine aus
USA macht Druck: «Beweise» für russische Unterstützung
publiziert: Dienstag, 3. Mrz 2015 / 22:50 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Mrz 2015 / 23:20 Uhr
Eine Drohne der OSZE wurde mit modernsten elektronischen Mitteln aus der Luft geholt. (Symbolbild)
Eine Drohne der OSZE wurde mit modernsten elektronischen Mitteln aus der Luft geholt. (Symbolbild)

Berlin - Russland unterstützt die Separatisten im Osten der Ukraine nach Einschätzung des US-Militärs mit etwa 12'000 Soldaten. Es handle sich um eine Mischung aus russischen Militärberatern, Bedienpersonal für Waffen und Kampftruppen.

5 Meldungen im Zusammenhang
Das sagte der Kommandant der US-Heerestruppen in Europa, General Ben Hodges. Dazu kämen rund 29'000 russische Soldaten, die auf der besetzten Krim stationiert seien, sagte Hodges am Dienstagabend in Berlin. Nach den alten Verträgen dürfe Russland dorthin nur bis zu 25'000 Soldaten entsenden.

Weitere 50'000 russische Soldaten halte die Führung in Moskau jenseits der ukrainischen Grenze auf dem eigenen Territorium für den Fall vor, dass die Separatisten wie schon Ende vergangenen Jahres einen schweren Rückschlag erlitten und die ukrainische Armee die Oberhand gewinne.

Darüber hinaus gebe es weitere Belege für die unmittelbare Verwicklung der Russen in die Vorgänge im Osten der Ukraine. So seien zwei zivile Drohnen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Osten der Ukraine mittels elektronischer Massnahmen vom Himmel geholt worden.

«Das funktioniert nicht mit Ausrüstung, die man im Keller zusammenbastelt», betonte Hodges. «Über diese Fähigkeit zur elektronischen Kriegsführung verfügen nur moderne Armeen - und das ist es, was die Russen zur Verfügung stellen, um OSZE-Drohnen herunterzuholen, die sie vermutlich gerade beobachteten».

Auch eine derartig grosse Masse von Artillerie und Raketen lasse sich nicht in Heimarbeit bauen. Dies sei nichts, was die Separatisten von den ukrainischen Truppen erobert hätten - oder nur zum Teil. «Das kommt aus Russland», erklärte Hodges.

Moskau hat eine Verwicklung russischer Soldaten im Ukraine-Konflikt stets vehement bestritten.

«Starke Reaktion» angedroht

US-Präsident Barack Obama, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef François Hollande haben sich derweil für eine «starke Reaktion» der internationalen Gemeinschaft im Fall eines grösseren Bruchs der Waffenstillstandsvereinbarung für die Ukraine ausgesprochen.

Diese Forderung sei am Dienstag bei einer Telefonkonferenz gestellt worden, teilte der Elysée-Palast in Paris mit. An dem Gespräch nahmen auch der britische Premierminister David Cameron, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und EU-Ratspräsident Donald Tusk teil.

OSZE soll Waffenruhe überwachen

Die prorussischen Rebellen kämpfen im Osten der Ukraine seit Monaten gegen die ukrainische Armee. Am 12. Februar unterzeichneten beide Seiten in Minsk unter internationaler Vermittlung einen Friedensfahrplan. Die Waffenruhe wurde seitdem jedoch mehrfach gebrochen, auch der Abzug schwerer Waffen geht nur langsam voran.

Um zu überprüfen, dass die Vereinbarungen von Minsk eingehalten werden, sprachen sich die sechs Politiker für eine Verstärkung der Mittel für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aus. Dies diene etwa dazu, die Einhaltung der Waffenruhe zu überwachen, hiess es in der Mitteilung des Elysée-Palasts.

 

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die Beobachter der OSZE erfüllen in der Ukraine eine wichtige Aufgabe. (Archivbild)
Berlin/Kiew - Die OSZE soll eine ... mehr lesen
Kiew - Das ukrainische Militär hat ... mehr lesen
Donezk/Kiew - Trotz der ... mehr lesen
Trotz der Waffenruhe wurden drei Soldaten getötet und sieben weitere verletzt.
Dass...
in der Ukraine viel falsch gelaufen ist, steht ausser frage. Dafür sind die Hauptschuldigen in der Ukraine selbst zu suchen. Nur darf diese Feststellung nicht mit der Schuldfrage hinsichtlich des Krim-Anschlusses und der Geschehnisse in der Ostukraine vermischt werden.
Ein Jahr nach der Flucht von Präsident Janukowitsch aus der Ukraine nach Russland befindet sich das Land in einer verzweifelten Situation. Es hätte Ruhe und Zeit gebraucht, um die Ideen und Motive, welche die Maidan-Bewegung antrieben, in reale Reformpolitik zu übersetzen. Das hat vor allem V. Putin verhindert. Man darf annehmen, mit voller Absicht.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 8°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen bedeckt, wenig Regen
St. Gallen 8°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 8°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen bedeckt, wenig Regen
Luzern 9°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 10°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
Lugano 11°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten