Für mehr Druck
USA uneins mit China über Sanktionen gegen «gefährliches» Nordkorea
publiziert: Mittwoch, 27. Jan 2016 / 18:15 Uhr

Peking - China und die USA sind sich uneins über die Schärfe neuer Sanktionen gegen Nordkorea. Nach Gesprächen mit seinem Amtskollegen Wang Yi forderte US-Aussenminister John Kerry am Mittwoch in Peking mehr Druck Chinas auf seinen Nachbarn.

7 Meldungen im Zusammenhang
Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas müsse eine «starke» UNO-Resolution «bedeutende neue Massnahmen» enthalten, sagte Kerry auf einer Medienkonferenz. Chinas Aussenminister zeigte sich hingegen zurückhaltender: «Die neue Resolution sollte keine neuen Spannungen provozieren, geschweige denn die koreanische Halbinsel destabilisieren.»

Mit scharfen Worten warnte Kerry vor der Gefahr durch Nordkorea und seinen jungen Machthaber für die Welt. «Die Taten Kim Jong Uns sind rücksichtslos und sie sind gefährlich.» Mit seinem Raketenprogramm arbeite Nordkorea zudem daran, jeden Flecken der Welt zu erreichen.

Die USA nähmen diese Bedrohung sehr ernst. «Die USA werden tun, was notwendig ist, um die Menschen in unserem Land und unsere Freunde in der Welt zu beschützen», sagte Kerry, auf dessen Programm in Peking auch ein Empfang durch Staats- und Parteichef Xi Jinping stand.

Unter Hinweis auf den vielfältigen wirtschaftlichen Austausch von Waren und Dienstleistungen über die Grenze zwischen China und Nordkorea sagte Kerry, es gebe viele Wege, um Einfluss auszuüben. «Es können wirksame Schritte unternommen werden.»

China hat «besondere Fähigkeit»

Die USA seien fest davon überzeugt, dass China mit seinem engen Beziehungen zu Nordkorea eine «besondere Fähigkeit» besitze, bei der Lösung des Problems zu helfen. Die angestrebte Resolution müsse jetzt mit Inhalten gefüllt werden. Beide Seiten wollten beschleunigt an einem Text arbeiten.

Sein chinesischer Amtskollege sagte allerdings, Sanktionen seien kein Selbstzweck. Das Ziel müsse vielmehr sein, Nordkorea wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua ging viel weiter und mahnte die USA, erst ihre «festgefahrene Politik» zu überdenken, bevor Druck auf China ausgeübt werde. «Es läuft auf Onkel Sams kompromisslose Feindschaft hinaus, die sich in anhaltende Diffamierungen, Sanktionen, Isolation und Provokationen Nordkoreas zeigt und das Unsicherheitsgefühl des Landes aufflammen lässt und es zu rücksichtslosem nuklearen Abenteuertum drängt.»

Uneinigkeit im Inselstreit

Bei den Gesprächen zeigten sich auch Differenzen über das Vorgehen Chinas im Inselstreit mit seinen Nachbarn im Südchinesischen Meer. Kerry unterstrich, dass die USA keine Position zu den Ansprüchen einnähmen, die nach dem Völkerrecht und in Verhandlungen geklärt werden müssten.

Chinas Aussenminister verteidigte den Bau von «zivilen Anlagen» auf den Inseln. Auch gebe es «notwendige Einrichtungen zur Selbstverteidigung». Wenn das als «Militarisierung» verstanden werde, dann habe China aber nicht damit angefangen, da auch andere Länder solche Einrichtungen auf Inseln bauten.

(pep/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Nordkorea hatte den Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, erst dichtgemacht, dann aber heimlich wieder eröffnet.
Washington - Nordkorea hat nach Angaben des US-Geheimdiensts die Produktion von Plutonium wieder aufgenommen. Aus dem Reaktor Yongbyon könne binnen «wenigen Wochen oder Monaten» ... mehr lesen
Tokio - Südkorea und Japan haben ... mehr lesen
Shinzo Abe sorgt sich um Japans Sicherheit.
John Kerry hat mit China die Ausarbeitung einer UNO-Resolution zu Nordkoreas Atomwaffenprogramm vereinbart.
Peking - US-Aussenminister John Kerry hat mit China die Ausarbeitung einer UNO-Resolution zu Nordkoreas Atomwaffenprogramm vereinbart. Pjöngjang sei eine «offene Bedrohung, eine ... mehr lesen
Washington - Die USA streben ... mehr lesen
Die USA will die Sanktionen gegen Nordkorea ausweiten.
Weitere Artikel im Zusammenhang
B-52-Bomber, die auch atomare Waffen tragen können, sind bereits bei gemeinsamen Manövern mit den südkoreanischen Streitkräften im Einsatz gewesen.
Seoul - Vier Tage nach dem neuen Atomtest Nordkoreas hat ein Kampfflugzeug der US-Luftwaffe das benachbarte Südkorea überflogen. Der Bomber vom Typ B-52 habe den Luftwaffenstützpunkt Osan ... mehr lesen
Seoul - Die USA und Südkorea haben dem nordkoreanischen Regime nach ... mehr lesen
Obama verurteilt das Vorgehen Nordkoreas als Verstoss gegen das Völkerrecht.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Kein Psychopath, sondern ein der Realität verpflichteter Diktator: Kim Jong-un.
Kein Psychopath, sondern ein der Realität verpflichteter ...
Achtens Asien Kim Jong-un ist ein Meister der Propaganda und (Selbst)Inszenierung. Nach vier Jahren an der Macht liess er sich nun am VII. Kongress der Koreanischen Arbeiterpartei zum Vorsitzenden krönen. mehr lesen  
Mehr Qualität und Quantität  Seoul - Nordkorea will seine Atomwaffenkapazitäten weiter ausbauen. Dies betreffe sowohl die Qualität als auch die Quantität der Waffen, beschloss der Kongress der regierenden Arbeiterpartei am Sonntag, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete. mehr lesen  
Beseitigung von «Hindernissen»  Teheran - Der Iran und die EU wollen «Hindernisse» bei der Umsetzung des Atomabkommens beseitigen, von dem sich Teheran «spürbare» ... mehr lesen  
Die USA, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien rufen den rat auf Massnahmen zu ergreifen.
Brief an UNO  New York - Mehrere westliche Staaten haben die jüngsten iranischen Raketentests in einem ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 6°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 7°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 9°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 4°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 9°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 5°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 8°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten