USA verhören Scheich Mohammed mit starkem Druck
publiziert: Montag, 3. Mrz 2003 / 16:49 Uhr / aktualisiert: Montag, 3. Mrz 2003 / 17:12 Uhr

Washington/Islamabad - Von der Befragung des El-Kaida-Chefplaners Khalid Sheikh Mohammed erhoffen sich die US-Geheimdienste neue Hinweise auf geplante Anschläge und über den Verbleib Osama bin Ladens. Die Verhöre fanden nun schon den dritten Tag in Folge statt.

Gefasst: Khalid Scheich Mohammed. (FBI-Fahndungsfotos)
Gefasst: Khalid Scheich Mohammed. (FBI-Fahndungsfotos)
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Es geht darum, allen möglicherweise geplanten Attentaten in Europa und den USA zuvorzukommen, die von Chalid Scheich Mohammed organisiert wurden, sagte der El-Kaida-Experte Ahmed Rashid. Einem Zeitungsbericht zufolge plante die Gruppe einen Anschlag auf den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii.

Bei der Vernehmung des mutmasslichen Terroristenführers werde jeder mögliche Druck angewendet, um ihm Informationen über geplante Terroranschläge zu entlocken, sagte ein US-Geheimdienstbeamter dem Fernsehsender CNN.

Die Aussagen Mohammeds, der als Nummer drei des Terrornetzwerkes El Kaida gilt, könnten dazu führen, dass die Fahnder neben Osama bin Laden auch dessen Stellvertreter, den ägyptischen Arzt Ayman el Sawahiri, finden, sagte ein US-Geheimdienstler.

Die ersten Verhöre haben nach Aussage des pakistanischen Aussenamtsprechers, Aziz Ahmed Khan, bereits einige Hinweise auf andere El-Kaida-Kämpfer erbracht. Diese hielten sich in Pakistan versteckt, sagte er nach Presseberichten vom Montag.

Auch Mohammed selbst war durch die Aussagen eines inhaftierten mutmasslichen Terroristen, Ramzi Binalshibh, gestellt worden. Binalshibh, der als Cheflogistiker der Hamburger Terrorzelle um den Todespiloten Mohammed Atta gilt, habe unglaubliche Kenntnisse über das Terrornetzwerk offenbart, sagte ein Geheimdienstler.

Binalshibh wird seit September an an einem geheimen Ort festgehalten. Auch der am Samstag verhaftete Mohammed sollte Pakistan noch am Montag verlassen und an einen unbekannten Ort gebracht werden.

Mohammed war am Samstag Regierungsangaben zufolge zusammen mit zwei weiteren verdächtigen El-Kaida-Mitgliedern festgenommen worden. Der in Kuwait geborene Pakistaner soll auch Drahtzieher der Anschläge vom 11. September und des Anschlags auf eine Synagoge auf Djerba in Tunesien sein.

(fest/sda)

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