USA vollziehen Kehrtwende im Atomstreit mit Iran
publiziert: Mittwoch, 31. Mai 2006 / 18:00 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 1. Jun 2006 / 06:58 Uhr

Washington/Monterey - Die USA haben im Atomkonflikt mit Iran eine diplomatische Kehrtwende vollzogen.

Das Angebot von Aussenministerin Rice: Gespräche gegen Aussetzung der Uranreicherung.
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Ihre Regierung sei zu direkten Gesprächen bereit, wenn Iran die Urananreicherung aussetze, sagte US-Aussenministerin Condoleezza Rice. Die USA wünschten eine «neue und positive Beziehung» zu dem Iran. Die Islamische Republik gehe das Risiko «grosser Kosten» ein, sollte sie Atomwaffen anstreben, sagte Rice weiter.

Die US-Regierung lehnte bisher direkte Verhandlungen mit dem Iran ab. Sie unterstützte aber die Initiativen Russlands und des EU-Trios aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien, mit denen die Führung in Teheran zum Verzicht auf ihre umstrittene Urananreicherung bewegt werden soll.

Nach Ansicht des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed el Baradei, stellt der Iran trotz seines Nuklearprogramms keine unmittelbare atomare Bedrohung dar.

Baradei: Nichts überstürzen

Die Welt dürfe nicht die im Irak gemachten Fehler wiederholen, sagte el Baradei am Dienstag bei einer Tagung im kalifornischen Monterey. «Wir sollten nichts überstürzen. Wir sollten mit Vorsicht alle uns zur Verfügung stehenden Informationen prüfen.» Die jüngste gewaltsame Geschichte im Irak sei eine Lehre für die Diplomatie.

US-Präsident George W. Bush hatte 2003 den Krieg gegen den Irak mit dem Argument begründet, der damalige Machthaber Saddam Hussein entwickle Massenvernichtungswaffen. Solche Waffen wurden jedoch nie gefunden.

Treffendes Sicherheitsrats in Wien

Die Aussenminister der fünf Ständigen Mitglieder im UNO- Sicherheitsrat und Deutschlands kommen am Donnerstag in Wien zusammen. Bei dem Treffen soll abschliessend über ein Angebot an den Iran beraten werden. Das Land soll durch verschiedene Anreize dazu gebracht werden, seine Urananreicherung zu stoppen.

Nach den Worten seines Aussenministers Manuchehr Mottaki ist auch der Iran zur Fortsetzung der Atomgespräche mit dem so genannten EU- Trio bereit.

(fest/sda)

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