USA wollen Nordkorea zur Aufgabe von Atomwaffenprogramm drängen
publiziert: Samstag, 19. Okt 2002 / 23:27 Uhr

Seoul - Die USA wollen Nordkorea zur sofortigen Aufgabe des Atomwaffenprogramms drängen, ohne aber eine Frist zu setzen. Dies sagte der US-Gesandte James Kelly in Südkorea. Zur gleichen Zeit begann in Nordkorea eine neue Runde der Versöhnungsgespräche.

George W. Bush zählte Nordkorea zur Achse des Bösen und drängt nun zur Aufgabe des Atomwaffenprogramms.
George W. Bush zählte Nordkorea zur Achse des Bösen und drängt nun zur Aufgabe des Atomwaffenprogramms.
Pjöngjang solle mit maximalem internationalen Druck zur Aufgabe des Atomwaffenprogramms bewegt werden, sagte Kelly. Das Problem sei schwierig und komplex. Die USA stünden erst am Anfang von Konsultationen mit ihren Verbündeten über den nächsten Schritt.

Er wiederholte die Position seiner Regierung, eine diplomatische Lösung zu finden. Zum Auftakt seiner Reise war er in Peking mit der chinesischen Führung zusammengetroffen. Am Sonntag wollte er weiter nach Japan reisen.

Kelly wies Spekulationen zurück, wonach Nordkorea mit seinem Eingeständnis seine Dialogbereitschaft signalisieren wollte. Nordkorea, das US-Präsident George W. Bush zusammen mit Irak und Iran zu einer Achse des Bösen gezählt hat, äusserte sich zu den Enthüllungen aus Washington nicht.

Das kommunistische Land hatte sich 1994 in einem in Genf geschlossenen Abkommen mit den USA zur Aussetzung seines Atomwaffenprogramms verpflichtet. Im Gegenzug war dem Land die Finanzierung und der Bau zweier Atomreaktoren zur friedlichen Nutzung zugesagt worden.

Gleichzeitig mit der neuen Mission Kellys begann in Pjöngjang eine neue Runde von Versöhnungsgesprächen zwischen beiden Koreas. Bei den Ministergesprächen wolle Südkorea seine Position beim Thema Nuklearwaffen deutlich machen, sagte der südkoreanische Vereinigungsminister Jeong Se Hyun vor dem Abflug.

In Pjöngjang wollten beide Seiten zunächst über den Verlauf der bis Dienstag geplanten Gespräche beraten. Die Umstände der neuen Gesprächsrunde seien in vielerlei Hinsicht nicht gut, sagte Jeong.

Das achte Ministertreffen über eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen seit dem historischen Nord-Süd-Gipfel im Juni 2000 war schon vor der Enthüllung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms durch die US-Regierung geplant.

(ps/sda)

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