Uday und Qusai - das ungleiche Brüderpaar
publiziert: Mittwoch, 23. Jul 2003 / 09:16 Uhr

Bagdad - Udai und Kusai, die am Dienstag getöteten Söhne Saddam Husseins, konnten kaum unterschiedlicher sein. Während Udai, der ältere Sohn, für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt war, galt sein jüngerer Bruder Kusai als diskreter Mann im Hintergrund.

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Wahrscheinlich wegen seiner zurückhaltenden arbeitsamen Art hatte der irakische Ex-Staatschef Saddam Hussein seinen Jüngsten auch als möglichen Nachfolger vorgesehen.

Im Mai 2001 wurde er als Saddam Husseins militärischer Stellvertreter in der Führung der regierenden Baath-Partei eingesetzt.

Qusai kontrollierte unter anderem den Sicherheitsdienst des Präsidenten und die Geheimdienste.

Vor dem Irak-Krieg nahm er an allen wichtigen Führungstreffen teil. Der studierte Jurist war verheiratet und hatte drei Kinder.

Ansonsten ist über das Privatleben des 1966 geborenen Qusai ist nur wenig bekannt. Auch im Fernsehen war er kaum zu sehen. 2001 entging er einem Anschlag, den zwei hochrangige Sicherheitsbeamte verübten.

Uday

Auch sein älterer Bruder Uday entkam 1996 einem Anschlagsversuch und humpelte seither. In seinem Trainingsraum im Präsidentenpalast hatte er dennoch zahlreiche Fitnessgeräte stehen, und auf dem Boden klebten Internetseiten mit Beschreibungen von Folterungen.

Denn die Folter war nach Angaben eines ehemaligen Mitarbeiters eine der Leidenschaften des als brutal geltenden promovierten Politikwissenschafters.

Der 1964 geborene Uday soll viele Stunden am Tag damit verbracht haben, sich auf den Internetseiten von Anti-Folter-Organisationen über Methoden zu informieren.

Selbst folterte er aber angeblich nur ein Mal: als er einen Mitarbeiter aus dem 14. Stock eines Hauses warf, weil dieser ihm Geld schuldete.

Uday: stark präsent

Im Gegensatz zu seinem Bruder war Uday im öffentlichen Leben Iraks sehr präsent und sammelte gleich 15 Posten an.

So war er unter anderem Kommandant der Fedajin-Milizen seines Vaters, Chef der Journalistengewerkschaft, Vorsitzender des Olympischen Komitees und des Fussballbunds. Ausserdem war er Aufsichtsratschef von sieben Zeitungen, einer Zeitschrift und einem Fernsehsender.

Verheiratet war Udai nach Angaben seines Mitarbeiters nie. Er hatte aber eine Schwäche für Frauen. Wenn er eine Frau sah, die ihm gefiel, schickte er seine Mitarbeiter hinterher, um sie ihm zu bringen.

In seinem Fitnessstudio hingen auch viele Fotos von Schauspielerinnen; insbesondere der US-Star Brooke Shields hatte es ihm angetan.

Der Präsidentensohn führte ein ausschweifendes Leben: Er trank viel, sammelte teure Uhren und Autos. Allein 20 Rolls Royce sollen ihm gehört haben. Nur einer Person brachte er Respekt entgegen: seiner Mutter.

(bsk, Quellen: afp, sda)

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