Grosse Versprechen
Über 10 Mrd. Dollar für Syriens Kriegsopfer
publiziert: Donnerstag, 4. Feb 2016 / 18:07 Uhr

London - Die Weltgemeinschaft zahlt mehr als zehn Milliarden Dollar an internationale Hilfsorganisationen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge. Das teilte der britische Premierminister David Cameron am Donnerstag in London nach der Geberkonferenz mit.

5 Meldungen im Zusammenhang
«Niemals an einem Tag kam eine so grosse Summe für humanitäre Anliegen zusammen», sagte Cameron nach Abschluss der Konferenz für die notleidenden Menschen in Syrien und den Nachbarländern. «Wir senden ein klares Signal an die Bevölkerung in Syrien. Wir stehen an ihrer Seite», fügte er an.

Mehr als die Hälfte der zugesagten Hilfe sei für dieses Jahr und der Rest für die Zeit bis 2020 vorgesehen. Grösster Geldgeber ist Deutschland mit einer Zusage von 2,3 Mrd. Euro.

Die Hilfe solle auch dazu beitragen, syrische Flüchtlinge von einer gefährlichen Flucht in die EU abzubringen, sagte Cameron. Gleichzeitig forderte er Russland auf, seinen Einfluss geltend zu machen, dass die Angriffe in Syrien beendet werden. Er mahnte: «Wir brauchen einen Waffenstillstand.»

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einem grossen Erfolg. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, nun könne die Hilfe sofort beginnen. Sie würdigte die «grossartigen Leistungen» des Libanons und Jordaniens für die Aufnahme so vieler Flüchtlinge.

Auslöser der erneuten Geberkonferenz war die Unterfinanzierung von UNHCR und WFP, die im vergangenen Jahr die Lebensmittelrationen für Millionen syrischer und irakischer Flüchtlinge in Jordanien, im Libanon, der Türkei, in Syrien und im Irak zusammenstreichen mussten. Dies wurde als wichtiger Grund für die Flucht von mehr als einer Million Menschen über die Türkei in die EU und vor allem nach Deutschland angesehen.

Auch für Ausbildung und Arbeit

Auf der Geberkonferenz in London wurde auch ein neuer Ansatz der Hilfe beschlossen. So will die internationale Gemeinschaft neben Lebensmitteln auch Schul-, Ausbildungs- und Arbeitsangebote für syrische und irakische Flüchtlinge in der Region organisieren.

An der Londoner Konferenz nahm auch Bundespräsident Johann Schneider-Ammann teil. Er dankte den Bevölkerungen der Nachbarstaaten Syriens für ihre Solidarität mit den vom Bürgerkrieg betroffenen Menschen, wie das Departement von Schneider-Ammann in einem Communiqué mitteilte.

Die Schweiz stelle dieses Jahr 50 Millionen Franken für die Opfer des Konflikts bereit. Die Schweizer Hilfe gehe in etwa zu gleichen Teilen nach Syrien und an die Nachbarländer. US-Aussenminister Kerry warnte aber, es brauche nicht nur Geld, sondern ein Ende des Syrien-Konflikts.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
London/Genf - Im seit rund fünf Jahren tobenden syrischen Bürgerkrieg sind einer Studie zufolge deutlich mehr Menschen ums ... mehr lesen 1
Die Zahl der Toten und Verletzen ist höher als bisher angenommen.
Aleppo - Der Vormarsch der Regimetruppen in Nordsyrien zwingt zehntausende ... mehr lesen
London - In London hat am Donnerstag eine internationale Syrien-Geberkonferenz begonnen, die Milliarden-Hilfen für die ... mehr lesen
Geberkonferenz will Milliarden-Hilfen für die Flüchtlinge und Opfer des Bürgerkriegslandes sammeln.
UNO-Syrienbeauftragter Staffan de Mistura. (Archivbild)
Genf - Die Genfer Friedensgespräche für Syrien werden bis Ende des Monats ausgesetzt, noch bevor sie richtig begonnen haben. ... mehr lesen
Berlin - Vor der Londoner Geberkonferenz für Syrien am kommenden Donnerstag hat die Hilfsorganisation Oxfam eine ... mehr lesen
Oxfam zufolge zahlen die meisten reichen Länder weniger als sie eigentlich sollten. (Symbolbild)
Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
Plan Interntional ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für ...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. 
Dutzende Flüchtlinge vermisst Rom - Bei einem erneuten Bootsunglück im Mittelmeer sind dutzende Flüchtlinge ums Leben gekommen. Die italienische Marine ... 2
Die italienische Marine hat 130 Flüchtlinge gerettet.
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet.  
Weltweit mussten im vergangenen Jahr rund 8,6 Millionen Menschen innerhalb des eigenen Landes fliehen. (Symbolbild)
Binnenflüchtlinge vor allem im Nahen Osten London - Fast 41 Millionen Menschen sind weltweit vor Krieg und Gewalt im eigenen Land auf der Flucht. Alleine im vergangenen ... 1
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 19°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 21°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
St. Gallen 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 21°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 20°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Lugano 21°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten