UNO-Flüchtlingshilfswerk
Über 100'000 Flüchtlinge übers Mittelmeer
publiziert: Dienstag, 9. Jun 2015 / 15:25 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Jun 2015 / 17:53 Uhr
Seit Jahresbeginn sind mehr als 100'000 Menschen übers Mittelmeer geflohen.
Seit Jahresbeginn sind mehr als 100'000 Menschen übers Mittelmeer geflohen.

Genf - Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der UNO bereits mehr als 100'000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Beim Versuch nach Europa zu kommen, sind laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) 1800 Flüchtlinge gestorben.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Zahl der an den europäischen Küsten gelandeten Migranten ist dem Flüchtlingshilfswerk zufolge auf insgesamt 103'000 gestiegen. Alleine am Wochenende waren 6000 Menschen in Süditalien an Land gebracht worden. Dies sei ein "dramatischer Anstieg", erklärte das UNHCR am Dienstag in Genf.

Wie UNHCR-Sprecher Adrian Edwards mitteilte, kamen auf der gefährlichen Überfahrt in diesem Jahr bereits fast 1800 Flüchtlinge ums Leben. Angesichts der dramatischen Situation verstärke das UNHCR seine Präsenz in Griechenland und in Süditalien.

Die Schwelle von 100'000 sei in diesem Jahr früher überschritten worden als im vergangenen Jahr, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit. Für die nächsten Monate werde ein starker Anstieg der Flüchtlingszahlen erwartet.

"Eine ruhigere Wetterlage dürfte Schlepper ermutigen, nicht seetüchtige offene Boote mit noch mehr schutzlosen Menschen zu füllen", sagte IOM-Sprecher Leonard Doyle.

Mehr Flüchtlinge in Griechenland

Fast 55'000 der zumeist aus dem Nahen Osten und Afrika stammenden Menschen seien in Italien an Land gegangen. Eine besonders starke Zunahme im Vergleich zum Vorjahr von 34'000 auf rund 48'000 habe Griechenland verkraften müssen.

Das bestätigte auch die EU-Grenzschutzbehörde Frontex: Frontex verzeichnete seit Jahresbeginn vor allem über die Route durch die Ägäis von der Türkei nach Griechenland eine dramatische Zunahme.

Verändert habe sich auch die Zusammensetzung der Flüchtlingsströme, teilte die Agentur kürzlich mit. Bei den Menschen, die über die Türkei nach Griechenland kommen, handle es sich insbesondere um Asylsuchende, vor allem Syrer. In Italien landeten überwiegend Menschen aus den südlich der Sahara gelegenen Ländern, die vor der Armut in ihrer Heimat fliehen.

Verteilung der Flüchtlinge umstritten

In Italien hatten am Sonntag die drei nördlichen Regionen Ligurien, Lombardei und Venetien gewarnt, sie würden keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.

Auch unter den EU-Ländern wird über die Verteilung der Immigranten gestritten. Viele Hauptstädte stemmen sich gegen den Plan der EU-Kommission, 40'000 Flüchtlinge aus Italien und Griechenland nach einem Quotenschlüssel zu verteilen.

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: «Es reicht nicht, abends vor den Fernsehschirmen zu weinen, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken, und am nächsten Morgen im Rat eine Gedenkminute abzuhalten.»
Hamburg - Vor dem EU-Gipfel in ... mehr lesen 2
Ventimiglia - Italienische Polizisten haben am Samstag einen Sitzstreik von rund ... mehr lesen 1
Strassburg/Budapest - Der Europarat ... mehr lesen 3
Weitere Artikel im Zusammenhang
Rom - Bei einer gross angelegten ... mehr lesen 1
"Herr Kerzenmacher ich warte...
Auf Sie. Ihre fundierte Meinung ist gefragt!"
Die kennen Sie doch bereits, jajaja. Zum Beispiel hier: http://www.news.ch/forum/Kein/664367/post50444.htm
Wer lesen kann ist im Vorteil. In diesem Sinne, weiter so jajaja...
Herr Kerzenmacher ich warte...
Auf Sie. Ihre fundierte Meinung ist gefragt!
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten ... mehr lesen
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. ... mehr lesen  
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 3°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Basel 4°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
St. Gallen 1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Bern 4°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Luzern 3°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 5°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Lugano 8°C 8°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten