Über 30 Tote bei Zugunglück in Indonesien
publiziert: Samstag, 2. Okt 2010 / 13:39 Uhr
Als Unfallursache werden Fehler im Verkehrsleitsystem vermutet.
Als Unfallursache werden Fehler im Verkehrsleitsystem vermutet.

Jakarta - Bei einem schweren Zugunglück in Indonesien sind nach jüngsten Angaben mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen. Ein aus der Hauptstadt Jakarta kommender Zug war in der Nacht auf Samstag in einen wartenden Zug gedonnert, wie das Verkehrsministerium mitteilte.

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Durch den Unfall im Bahnhof von Petarukan an der Nordküste der Insel Java entgleisten mehrere Waggons und überschlugen sich. Zahlreiche Fahrgäste wurden in den zusammengestauchten Wagen eingeklemmt.

Nach einer ersten Bilanz waren die Behörden noch von mindestens 40 Toten ausgegangen. Dutzende Personen wurden verletzt. Ein Sanitäter sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur dapd, 35 Menschen seien in drei nahe liegende Spitäler eingeliefert worden. Viele litten unter zum Teil schweren Brandwunden und Knochenbrüchen.

Rettungskräfte spät eingetroffen

Ein Anwohner berichtete, dass er durch den Unfall aus dem Schlaf gerissen worden sei. «Plötzlich hörte ich einen lauten Aufprall und dann viele schreiende, weinende Menschen», sagte er. Viele Insassen seien aus dem Zug geschleudert worden.

Gemäss Medienberichten trafen die Rettungskräfte erst spät am Unfallort ein. Ausserdem hätten sie nicht die geeignete Ausrüstung gehabt, um die eingeklemmten Menschen aus den Waggons zu befreien.

Aus Jakarta wurde eine Ermittlergruppe an den Unglücksort geschickt. Ein Polizeisprecher sagte, der Unfall sei vermutlich durch menschliches Versagen verursacht worden. Es sei ein Fehler im Verkehrsleitsystem aufgetreten.

Zweiter Zugsunfall

Bei einem zweiten Zugunfall in der Stadt Solo kam nach Medienberichten eine Stunde später eine weitere Person ums Leben. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte nur, dass es einen weiteren Unfall gab. Weitere Informationen würden noch gesammelt.

In Indonesien ereignen sich häufig Zugunfälle. Als Gründe werden schlechte Infrastruktur, niedrige Sicherheitsstandards und Korruption genannt.

(ht/sda)

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