Überbelegung in Genfer Gefängnis
publiziert: Dienstag, 25. Jul 2006 / 23:39 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 26. Jul 2006 / 00:07 Uhr

Genf - Das Genfer Gefängnis Champs-Dollon ist chronisch überbelegt. Die Schweizer Menschenrechtsliga fordert deshalb, bei leichten Straftaten die Untersuchungshaft zu verkürzen.

Das Gefängnis Champ-Dollon in Genf.
Das Gefängnis Champ-Dollon in Genf.
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Den Untersuchungsrichtern scheint diese Lösung aber unrealistisch. «Alle sind sich einig», sagte Doris Leuenberger, Präsidentin der Schweizer Menschenrechtsliga, vor den Medien in Genf. Das Problem liegt bei der Zahl der Gefangenen, die in Untersuchungshaft sitzen. Die U-Haft werde oft verlängert. Wo möglich, sollte diese stattdessen verkürzt oder gar weggelassen werden.

Der Präsident der Genfer Untersuchungsrichter, Stéphane Esposito, zeigte sich überrascht von der Idee. Mit der Untersuchungshaft werde verhindert, dass ein Täter flüchtet, wiederholt eine Straftat begeht oder etwas vertuscht. Da gebe es kaum Spielraum für die Justiz.

Das Gefängnis Champ-Dollon ist für 270 Häftlinge ausgelegt. In den letzten Monaten sassen dort jedoch regelmässig knapp 500 Gefangene.

(ht/sda)

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