Überdosis Drogen als Todesursache in Asylzentrum
publiziert: Freitag, 14. Feb 2003 / 19:55 Uhr

Oberbürn - Im Asylzentrum Thurhof in Oberbüren ist ein 22-jähriger Nigerianer gestorben. Todesursache war laut Polizei eine Überdosis Drogen. Die Gruppe augenauf hatte zuvor Vorwürfe gegen die Zentrumsleitung und gegen die Polizei erhoben.

1 Meldung im Zusammenhang
Das kantonale Amt für Soziales, das für die St. Galler Asylzentren zuständig ist, erklärte, der Nigerianer habe am Montagnachmittag einen Arzt konsultiert. Dieser habe bei ihm eine harmlose Windpocken-Erkrankung diagnostiziert.

Markus Laib, Leiter des Zentrums Thurhof, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur sda von einer sehr tragischen Geschichte. Die Verfassung des 22-jährigen Nigerianers habe sich in der Nacht auf Mittwoch plötzlich verschlechtert. Dies wird nun erklärt durch die Überdosis Drogen, die der Asylbewerber zu sich genommen hatte.

Laut Kantonspolizei-Sprecher Hans Eggenberger ging um 3 Uhr über die Nummer 144 ein Notruf in schlecht verständlichem Deutsch ein. Der Dienst habende Beamte erkannte laut Eggenberger, dass der Anruf vom Thurhof kam und verständigte die Nachtwache des Asylzentrums.

Polizei und Ambulanz seien wenige Minuten später im Thurhof eingetroffen. Der Asylbewerber habe jedoch nicht mehr reanimiert werden können.

Die im Asylbereich tätige Gruppe augenauf hatte behauptet, dem Nigerianer sei adäquate medizinische Hilfe verweigert worden. Auch die Polizei habe auf einen verzweifelten Anruf von Mitbewohnern des Heims schlecht reagiert. augenauf hatte sich auf Aussagen von Bewohnern des Asylzentrums berufen und eine Untersuchung gefordert.

(bsk/sda)

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