Überlingen: Offener Brief der Angehörigen an Deiss
publiziert: Montag, 29. Mrz 2004 / 19:58 Uhr

Bern - Die Familien der Opfer des Flugzeugunglücks von Überlingen haben Bundespräsident Joseph Deiss einen offenen Brief geschrieben. Darin beschuldigen sie vor allem die Schweiz und die Schweizer Flugsicherung Skyguide.

Die Vorwürfe wurden vom Sprecher von Skyguide am Montag zurückgewiesen.
Die Vorwürfe wurden vom Sprecher von Skyguide am Montag zurückgewiesen.
In dem Brief, der am Montag in der Westschweizer Zeitung Le Temps abgedruckt wurde, werfen die Angehörigen Skyguide vor, die laufenden Entschädigungsverfahren zu behindern. Aber auch die Schweiz sei Schuld an der Langsamkeit, mit der die Verhandlungen geführt würden, heisst es weiter.

Hinter diesen Verzögerungen stecke das Interesse, jegliche juristische Verfolgung von Skyguide zu unterbinden. Die Vorwürfe wies Patrick Herr, Sprecher von Skyguide am Montag zurück. Im Juni 2003 hatten sich die Schweiz, Deutschland und Skyguide auf einen Entschädigungsfonds geeinigt.

Das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement hat Kenntnisse von dem Brief, wie Sprecher Christophe Hans auf Anfrage erklärte. Sie hätten von Le Temps zudem eine Kopie des Briefes auf Russisch erhalten. Jetzt prüften sie eine passende Antwort darauf.

Gleichentags tauchten in Zürich anonyme Flugblätter auf, in denen Vorwürfe gegen die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) und die Staatsanwaltschaft Konstanz erhoben wurden, wie der Zürcher Bezirksanwalt Pascal Gossner gegenüber Radio 24 bestätigte.

Die beiden Stellen seien mitschuldig am Tod des Fluglotsen, da sie die Verantwortlichen der Katastrophe von Überlingen noch nicht zur Rechenschaft gezogen hätten.

(bert/sda)

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