Proteste
Ukraine: Weiterhin keine Lösung im Machtkampf
publiziert: Mittwoch, 19. Feb 2014 / 07:11 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 19. Feb 2014 / 13:01 Uhr
Gemäss Vitali Klitschko ergab die nächtliche Krisensitzung zwischen Viktor Janukowitsch und Oppositionsführern keine Resultate. (Archivbild)
Gemäss Vitali Klitschko ergab die nächtliche Krisensitzung zwischen Viktor Janukowitsch und Oppositionsführern keine Resultate. (Archivbild)

Kiew - Ein nächtliches Krisentreffen in der Ukraine ist offenbar ergebnislos geblieben. Die Gespräche zwischen Präsident Viktor Janukowitsch und Oppositionsführern über eine Normalisierung der Lage seien gescheitert, wird der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko zitiert.

6 Meldungen im Zusammenhang
Kiew - Die Regierungsgegner in der Ukraine geben ihre Proteste auch nach der jüngsten Gewalteskalation mit mindestens 25 Toten nicht auf. Im Verlaufe des Morgens versammelten sich erneut Demonstranten im Zentrum Kiews.
Viele von ihnen kamen maskiert, in Kampfkleidung und mit Pflastersteinen und Molotow-Cocktails bewaffnet auf den umkämpften Unabhängigkeitsplatz (Maidan) der Hauptstadt Kiew. Sie rückten vor, während die Polizei noch die alten Protestlager räumte.

In der Nacht zuvor war nach Ablauf eines Behördenultimatums ein massives Polizeiaufgebot gegen die Demonstranten vorgegangen. Mit immer mehr brennenden Barrikaden versuchten die Demonstranten, ein weiteres Vorrücken der Polizei zu verhindern.

Nationaler Trauertag

Bei blutigen Strassenkämpfen wurden mindestens 25 Personen getötet, darunter neun Polizisten. Hunderte Personen wurden verletzt, Dutzende davon schwer. Die Gegend um den Maidan glich im Anschluss einem Schlachtfeld.

Ein Krisentreffen von Regierung und Opposition in der Nacht brachte nur gegenseitige Schuldzuweisungen. Weitere Gespräche mit Präsident Viktor Janukowitsch sind nach Angaben des Oppositionspolitikers Vitali Klitschko geplant.

Janukowitsch erklärte den Donnerstag zum landesweiten Tag der Trauer für die Opfer der Strassenschlachten in Kiew. Der geschäftsführende Ministerpräsident Serhij Arbusow bezeichnete die Proteste vom Vortag als Umsturzversuch.

Dieser Ansicht schloss sich Russland an. Die Opposition solle unverzüglich und ohne Bedinungen mit der Führung des Landes den Dialog aufnehmen, hiess es in einer Erklärung des russischen Aussenministeriums.

"Kein anderer Ausweg"

Ein Ende der Konfrontation war aber nicht absehbar. Dies zeigten auch Aussagen von Demonstranten. Ein 44-Jähriger etwa kündigte an, auch Tausende Sicherheitskräfte könnten nicht die Aufgabe der Regierungsgegner erzwingen. "Wir haben einfach keinen anderen Ausweg. Wir halten den Maidan bis zum Ende."

Auch ein 36-Jähriger Regierungsgegner zeigte sich fest entschlossen: "Wir werden bis zum Sieg bleiben". Die Ukraine brauche Gesetze eines zivilisierten Staates und "nicht die einer Gefangenenkolonie."

EU könnte Sanktionen verhängen

Die jüngste Entwicklung in der Ukraine führte in der EU zu Forderungen nach Sanktionen. Gemäss Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius wird die EU "wahrscheinlich" Sanktionen verhängen. Im Gespräch waren Sanktionen gegen Personen sowie Finanz-Sanktionen.

Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erwartet Sanktionen. Er sprach von gezielten Massnahmen gegen "die Verantwortlichen für Gewalt". Die EU habe deutlich gemacht, dass sie auf jede Verschlechterung der Lage reagieren werde.

Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton teilte in Brüssel mit, die EU-Staaten würden "alle möglichen Optionen prüfen, darunter auch Strafmassnahmen gegen die Verantwortlichen für Repression und Menschenrechtsverletzungen". Sie rief die Konfliktparteien auf "unverzüglich die Gewalt einzustellen".

Gegner von Präsident Viktor Janukowitsch demonstrieren bereits seit November gegen dessen Kehrtwende in der Aussenpolitik des hoch verschuldeten Landes. Janukowitsch hatte ihren Zorn auf sich gezogen, weil er überraschend einen Handelspakt mit der EU kippte und stattdessen Milliardenhilfen von Russland akzeptierte. Die Demonstranten fordern eine stärkere Anbindung an die EU.

(ww/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kiew - Der ukrainische Präsident ... mehr lesen 1
Viktor Janukowitsch, Präsident Ukraine
Kiew - Nach Massenprotesten und Gewalteskalation scheint in der Ukraine ein weiteres Blutvergiessen in letzter Minute abgewendet: Präsident Viktor Janukowitsch und die Oppositionsführer unterzeichneten am Freitag ein Übergangsabkommen. mehr lesen  2
Kiew - Bei den Protesten der ... mehr lesen 1
Kiew - Nach Wochen angespannter Ruhe sind die Massenproteste in der Ukraine ... mehr lesen
Polizei und Demonstranten stehen sich gegenüber.
Proteste in Kiew - hier im Januar.(Symbolbild)
Kiew - Nach den schweren Ausschreitungen in der Hauptstadt Kiew hat die ukrainische Regierung den Protestteilnehmern ein Ultimatum gestellt. mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Jan Gaspard
Gilles de Rais..... Dutroux... wie hiess doch der Entführer von der Kampusch?

Alles Einzeltäter?

http://de.wikipedia.org/wiki/Gilles_de_Rais

Gilles de Rais war Mitstreiter von Johanna von Orleans. Über Johanna gibt es nur ein Lied in der Populärkultur. Gilles hat es zu einem Konzeptalbum gebracht.

http://www.youtube.com/watch?v=uEkPi0xx4jM

CD-Tipp. Diese Hörspielreihe ist....... selbst entscheiden. Offenbarung 23 Autor Jan Gaspard. Jan Gaspard steht drauf. Wie der Mann wirklich heisst? Er soll für den Geheimdienst gearbeitet haben. Nun darum steht nicht sein richtiger Name drauf.

http://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/hoerbuch/jan-gaspard/offenbarun...

Viel Spass!
eins muss ich
hier doch noch loswerden.

Da zerreisst sich jetzt die ganze Welt das Maul über uns Schweizer wegen der MEI-Abstimmung.

Über die USA braucht es keine weiteren Kommentare.
Dass aber die Verantwortlichen der grossartigen Bundesrepublik Deutschland, besonders auch Steinmeier, sich so selbstherrlich darüber auslassen, was wir gefälligst zu tun hätten, widert mich unbeschreiblich an.

Die Deutschen, allen voran ihre politischen Aushängeschilder, die sich nun auch in der Ukraine unverhältnismässig einmischen, sollten erst mal ihren eigenen Schweinestall ausmisten ...

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/redaktion/-auge-i...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der ... mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich -1°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Nebelfelder
Basel -1°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen -4°C 1°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Nebelfelder
Bern -2°C 2°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Nebelfelder
Luzern -1°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Nebelfelder
Genf 0°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 2°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten