Ullrich denkt nicht ans Aufhören
publiziert: Dienstag, 25. Jul 2006 / 15:15 Uhr

Jan Ullrich (32) hat sich im «Blick» erstmals persönlich zu den Ereignissen der letzten Wochen und seinen Zukunftsplänen geäussert.

Jan Ullrich hat sich vom Team T-Mobile mehr Unterstützung erwartet.
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«Ich habe immer gesagt: Ich höre mit einem Tour-Sieg auf. Dieses Jahr wurde er mir leider verwehrt. Deswegen bin ich bestrebt, noch ein Jahr anzuhängen», sagte Ullrich.

Ullrich liess sich von der Verwicklung in den spanischen Dopingskandal nur kurzzeitig aus der Bahn werfen. «Ich war natürlich erst einmal down, hatte einen riesigen Durchhänger und Motivationsprobleme. Seit einigen Tagen trainiere ich aber wieder. Es macht richtig Spass.»

Dass der dringende Verdacht, mit «Blutmischer» Eufemiano Fuentes zusammengearbeitet zu haben, zu einer Sperre führen könnte, glaubt Ullrich nicht. «Ich sehe für eine Sperre schlicht keine Grundlage.»

Ein DNA-Test, der die Unschuld beweisen könnte, ist für Ullrich kein Thema. «Ich bin ja nicht einmal angeklagt. Es liegt ja nichts gegen mich vor. Es beruht doch alles nur auf Medienmeldungen und Spekulationen.»

Mehr Unterstützung erwartet

Den Untersuchungsbericht der Guardia Civil, der das T-Mobile-Team am Tag vor dem Tour-de-France-Prolog in Strassburg zur Suspendierung des Stars veranlasst hatte, scheint Ullrich aller eindeutigen Indizien zum Trotz schon vergessen zu haben.

Stattdessen verweist Ullrich auf die zahlreichen, negativen Kontrollen. Im Zentrum der spanischen Affäre steht freilich der Verdacht auf systematische Eigenbluttransfusionen - eine verbotene Methode, die bisher nicht nachgewiesen werden kann.

Ullrich unterstrich im Interview mit dem «Blick» noch einmal, dass er die Kündigung seines langjährigen Arbeitgebers nicht akzeptiert. «Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund für diesen Rauswurf. Vom Team habe ich mehr Unterstützung erwartet.»

«So wie es Bjarne Riis bei Ivan Basso macht. Der sagt: «Okay, wir warten ab, was die Doping-Beschuldigung ergibt.» Ich muss doch nicht meine Unschuld beweisen. Es ist menschenunwürdig, wenn ich einen Gentest abgeben muss. Ich bin ein Radprofi und doch kein Mörder oder Verbrecher.»

Suche nach neuem Team

Während sich seine Anwälte mit jenen von T-Mobile über die finanziellen Modalitäten der Trennung zu einigen versuchen, blickt Ullrich optimistisch in die Zukunft. «Ich bin für alles offen und suche ein gutes Team für 2007. Ich will nicht einfach noch ein Jahr fahren, ich will den ganz grossen Sieg.»

Wer glaubt, eine Verpflichtung von Ullrich sei bei den anderen ProTour-Teams ein Tabuthema, könnte sich täuschen. «Verbindungen sind da, aber konkret ist nichts», sagte der in Scherzingen im Kanton Thurgau lebende Ullrich.

(bert/Si)

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