Umstrittene Polizeiaktion in Glarner Durchgangsheim
publiziert: Montag, 4. Aug 2003 / 17:04 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Aug 2003 / 17:38 Uhr

Glarus - Der umstrittene Einsatz gegen Asylsuchende von Anfang Juli hat der Glarner Kantonspolizei eine Strafanzeige der Menschenrechtsgruppe augenauf eingebracht. Die Polizei hält die Aktion weiterhin für rechtmässig und verhältnismässig.

Böse Überraschung für drei Asylbewerber in den frühen Morgenstunden. (Archiv)
Böse Überraschung für drei Asylbewerber in den frühen Morgenstunden. (Archiv)
Die Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs richtet sich gegen den Einsatzleiter der Kantonspolizei, Kripochef Daniel Anrig sowie gegen Unbekannt. Das Vorgehen der Polizei sei menschenrechts- und gesetzeswidrig gewesen, erklärte Christoph Hugenschmidt von der Gruppe augenauf an einer Medienkonferenz in Glarus.

augenauf bekräftigte die bisherige Kritik an der Aktion der Glarner Polizei, indem sie drei Betroffenen den nächtlichen Vorfall erneut schildern liess. Demnach sollen die Asylsuchenden in einem Durchgangsheim in Ennenda sowie in den Unterkünften in Linthal, Rüti und Matt in einem Antiterror-Stil gedemüdigt worden sein.

Die drei Männer erzählten, wie sie in den frühen Morgenstunden des 3. Juli im Schlaf von maskierten Männern überwältigt worden waren. Sie seien an Händen und Füssen gefesselt worden, und man habe ihnen Kapuzen über die Köpfe gezogen. Danach seien sie ausgezogen und - mit Nummern versehen - fotografiert worden.

Die Glarner Kantonspolizei hatte die Hausdurchsuchungen mit dem Verdacht auf Vermögens- und Drogendelikte begründet. Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass die Aktion rechtmässig und verhältnismässig war, erklärte Eigenmann.

augenauf bekräftigte auch die Forderung nach einer lückenlosen Aufklärung des Polizeieinsatzes. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hatte die Glarner Regierung Mitte Juli in seinem Schreiben aufgefordert, die Vorfälle abzuklären und einen Bericht zu erstatten. Dies verlangt inzwischen auch Amnesty International.

(fest/sda)

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