Umstrittener Atomvertrag mit Indien gebilligt
publiziert: Donnerstag, 2. Okt 2008 / 09:02 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 2. Okt 2008 / 14:54 Uhr

Washington - Der US-Kongress hat den Weg für den umstrittenen Atomvertrag mit Indien frei gemacht. Im Senat in Washington stimmten am Mittwochabend 86 Senatoren für die Abmachung mit Neu Delhi, 13 waren dagegen.

Nach dem US-Repräsentantenhaus hat auch der Senat den Atomvertrag mit Indien gebilligt.
Nach dem US-Repräsentantenhaus hat auch der Senat den Atomvertrag mit Indien gebilligt.
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Das Repräsentantenhaus hatte das Abkommen schon vorher mit grosser Mehrheit gebilligt. Kritiker bemängeln vor allem, dass Indien Atomtechnologie aus den USA erhält, obwohl das Land den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat.

Präsident George W. Bush begrüsste die Kongress-Entscheidung, mit der die Anstrengungen der USA für eine Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen würden. Er hatte nachdrücklich auf eine Genehmigung des Abkommens mit Indien gedrängt, um zu verhindern, dass der US-Nuklearindustrie lukrative Aufträge entgehen.

Der einflussreiche Senator Richard Lugar lobte die «strategische Partnerschaft mit einer Nation, die unsere demokratischen Werte teilt und einen wachsenden Einfluss in der Welt hat».

Historischer Moment

Die Parteien der indischen Regierungskoalition begrüssten die Entscheidung des US-Parlaments. «Dies ist ein historischer Moment. (...) Es ist die Anerkennung Indiens als Supermacht und ein Triumph der Vision von Ministerpräsident Manmohan Singh», sagte Abhishek Manu Singhvi, Sprecher der Kongresspartei.

Indische Oppositionsführer wie der Kommunistenchef Prakash Karat, sprachen dagegen von einer «Kapitulation vor dem US-Imperialismus».

Der Vertrag mit Indien sieht vor, dass die USA nach mehr als 30 Jahren Boykott wieder Handel mit nuklearen Brennstoffen und Nukleartechnologie mit Indien treiben dürfen. Allerdings dürfen die gehandelten Produkte nur für zivile Zwecke genutzt werden.

Seit 1974, als die Regierung in Neu Delhi erstmals einen Atomwaffentest vorgenommen hatte, war der Handel mit atomaren Materialien und atomarer Technologie mit Indien verboten.

(smw/sda)

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