Umstrittener Einsatz von Streubomben im Libanon
publiziert: Dienstag, 25. Jul 2006 / 12:57 Uhr

Beirut - Human Rights Watch (HRW) hat Israel den Einsatz von Streubomben bei seinen Angriffen auf Libanon vorgeworfen. Forscher vor Ort hätten die Anwendung dieser umstrittenen Waffe bestätigt.

Die Verwendung von Cluster-Munition ist laut israelischer Armee legal.
Die Verwendung von Cluster-Munition ist laut israelischer Armee legal.
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Bei einem Angriff vor knapp einer Woche auf die libanesische Ortschaft Blida waren eine Zivilperson durch die Munition getötet und mindestens 12 weitere verletzt worden.

Cluster-Munition als Waffe sei inakzeptabel unpräzise und unzuverlässig, sagte der Direktor von Human Rights Watch, Kenneth Roth. Sie sollte deshalb nie in bewohntem Gebiet eingesetzt werden.

Der Einsatz der aus US-Produktion stammenden Bomben stelle einen «wahllosen Angriff» und damit einen Verstoss gegen internationale Menschenrechte dar. Bei der Explosion über dem Erdboden setzt sie Dutzende kleinerer Sprengkörper frei.

Vorwürfe zurückgewiesen

Die israelische Armee (IDF) wies die Kritik von HRW zurück: «Die Verwendung von Cluster-Munition ist nach internationalem Recht legal, und die IDF verwendet solche Munition in Übereinstimmung mit internationalen Standards». Die Umstände des Zwischenfalls würden geprüft.

Bereits am Montag hatte der libanesische Präsident Emile Lahoud das israelische Militär beschuldigt, bei seiner Offensive Phosphorbomben gegen Zivilistan und Kinder zu benutzen. Auch hier wies die israelische Armee den Vorwurf zurück.

Inzwischen rief die UNO zu Soforthilfen in Höhe von 150 Millionen Dollar für die Bevölkerung im Libanon auf. Mit dieser Summe solle rund 800 000 Menschen in den kommenden drei Monaten geholfen werden, sagte der UNO-Vize-Generalsekretär Jan Egeland in Beirut.

(bert/sda)

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