Umweltgifte gefährden weltweit 125 Millionen Menschen
publiziert: Mittwoch, 24. Okt 2012 / 13:26 Uhr
Das Recyclen von Batterien verbreitet am meisten Giftstoffe.
Das Recyclen von Batterien verbreitet am meisten Giftstoffe.

Bern - Weltweit gefährden Umweltgiftquellen und toxische Substanzen nachweislich die Gesundheit von fast 125 Millionen Menschen. Dies geht aus dem diesjährigen Umweltgiftbericht von Green Cross Schweiz und dem Blacksmith Institute aus den USA hervor.

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Der aktuelle Bericht beschränke sich nicht nur auf die Ermittlung der Quellen, sondern quantifiziere erstmals das weltweite Ausmass der Gesundheitsschäden durch toxische Substanzen, teilten die Organisationen am Mittwoch in einem Communiqué mit.

Der Umweltgiftreport 2012 nennt die zehn gefährlichsten Umweltgiftquellen und die dazugehörenden Gifte. Aus erhebungstechnischen Gründen seien in dieser Studie ausschliesslich die toxischen Substanzen Blei, Chrom, Asbest und Quecksilber berücksichtigt worden, hiess es.

Die gefährlichsten Giftquellen sind laut den Autoren die folgenden: Batterierecycling, Bleiverhüttung, Bergbau und Erzaufbereitung, Gerbereibetriebe, Deponien von Industrie- und Haushaltabfällen, Industrieareale, Bergbau mit einfachen handwerklichen Mitteln, Produktherstellung (Elektronik, Batterien, Metallbeschichtungen), Chemische Produktion, Textilfarbindustrie.

Untersucht wurden 49 Länder mit einem niedrigen bis mittleren Durchschnittseinkommen. Diese sogenannten Entwicklungsländer sind laut Studie viel stärker vom Problem betroffen als wirtschaftsstarke Länder. Geografisch konzentrieren sich die Giftstoffquellen vor allem auf Zentral- und Südamerika, auf Teile von West- und Ostafrika sowie auf Indien und Südostasien.

Dringender Handlungsbedarf

Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Gifte erreichten ein ähnliches Ausmass wie Malaria oder Tuberkulose, schreiben die Verfasser. Ziel des Berichts sei es, über die wichtigsten Auswirkungen industrieller Umweltgiftquellen auf die öffentliche Gesundheit zu informieren und Möglichkeiten zur Umsetzung von lebensrettenden Sanierungs- und Schutzmassnahmen aufzuzeigen.

Die schlimmsten Umweltverschmutzungen innerhalb dieser Industrien seien auf nicht regulierte, kleinräumige Aktivitäten mit hoher Schadstoffbelastung sowie auf grössere, inzwischen stillgelegte Umweltgiftquellen zurückzuführen, wird Stephan Robinson von Green Cross Schweiz in der Mitteilung zitiert.

Die Umweltorganisation Green Cross Schweiz setzt sich für die Bewältigung der Folgeschäden aus Industrie- und Militärkatastrophen ein.

Das Blacksmith Institute ist eine Nonprofit-Organisation mit Sitz in New York. Sie setzt sich für die Lösung von lebensbedrohlichen Umweltproblemen in Entwicklungsländern ein.

(laz/sda)

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