Unbescheidene junge Schweizer
publiziert: Samstag, 3. Jun 2006 / 08:59 Uhr

Die Schweizer Ziele für die WM sind unbescheiden: Die Gruppenphase überstehen. Und in der K.o.-Phase sei anschliessend alles möglich, sagen die Spieler unisono.

Alex Frei will «die Schweiz mit einem Aber-Hallo-Effekt aufwecken».
Alex Frei will «die Schweiz mit einem Aber-Hallo-Effekt aufwecken».
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Das Auftaktspiel gegen Frankreich werde richtungsweisend sein.

Vor zwei Jahren reiste die Schweizer Nationalmannschaft zufrieden, die EM-Qualifikation geschafft zu haben, nach Portugal; Niederlagen waren «kein Beinbruch», wie Goalie Pascal Zuberbühler zugibt.

Der Thurgauer ergänzt jedoch, dass sich die Mentalität im Team spürbar verändert hat. «Wir haben das Selbstverständnis, etwas gewinnen zu können», sagt der mit 35 Jahren älteste Spieler in Köbi Kuhns Aufgebot.

Erfahrenere Mannschaft

Verglichen mit dem Nationalteam vor zwei Jahren seien sie weiter, sagt Alex Frei. «Wir sind reifer und als Mannschaft gestärkt», so der 27-jährige Basler.

«Wir haben zwar eine jüngere Mannschaft, sind aber dennoch erfahrener, weil viele im Ausland spielen», begründet er seinen Optimismus. Alle Spieler hätten enorme Fortschritte gemacht und seien ambitionierter.

Richtungsweisend für den Turnierverlauf, so Frei, sei das Auftaktspiel gegen Frankreich am 13. Juni.

Selbstläufer

«Mit einem guten Auftritt kann die WM zu einem Selbstläufer werden. Plötzlich hat man das Glück, um auch Spiele zu entscheiden, wenn man nicht gut spielt», erklärt er und verweist auf Bayern München: «Sie haben sich das sogenannte ´Bayern-Dusel´ hart erarbeitet.»

Der torgefährlichste Stürmer der Schweiz ist sich jedoch bewusst, dass es mehrere Szenarien gibt und auch mit einer Niederlage gegen Frankreich noch nichts verloren ist.

«Aber wir werden aufs Feld gehen, um zu bestehen.»

Alles ist möglich

Weltmeister oder Europameister werde nicht die Mannschaft mit dem besten Spielern, so Zuberbühler. «Griechenland ist das beste Beispiel.» Ab den Achtelfinals sei alles möglich, so der Basler Goalie.

Die gesteigerte Erwartungshaltung innerhalb und ausserhalb des Teams erklärt er mit der überzeugenden Kampagne auf dem Weg nach Deutschland.

«Wir haben kein Spiel in der Qualifikation verloren, erst das Rückspiel in der Barrage gegen die Türkei», sagt er. «Der Erfolg verpflichtet: die Fans wollen die Schweiz gewinnen sehen.»

Ausrufezeichen setzen

Frei möchte die Leute mit einem «Aber-Hallo-Effekt» aufwecken. «Sie sollen sehen, dass die Schweiz gegen die Grössten der Welt bestehen kann», sagt er.

Mit dem 1:1 im Vorbereitungsspiel gegen Italien (1:1) setzte die SFV-Auswahl zumindest ein Ausrufezeichen.

«Wir haben es in den eigenen Händen», so Frei, der erwartet, dass der Weckruf «sehr laut werden kann».

Schwachpunkt Sturm

Nicht erst das Spiel in Genf gegen Italien verdeutlichte die Stärke des Teams; Kuhn hat auf praktisch jeder Position eine valable Alternative.

Einzig im Sturm ist nach dem Ausfall Johan Vonlanthens das Gefälle hinter Frei gefährlich gross. Vor allem im Mittelfeld ist die Auswahl beeindruckend.

Hinter den arrivierten Johann Vogel, Ricardo Cabanas und Raphaël Wicky drängen junge Spieler in die Mannschaft. Tranquillo Barnetta ist aus dem Nationalteam nicht mehr wegzudenken, Daniel Gygax überzeugte gegen Italien nicht nur mit seinem herrlichen Ausgleichstor.

Yakin hat seinen Platz noch nicht gefunden

In den Vorbereitungsspielen fügten sich Blerim Dzemaili als Ersatz Vogels gegen die Elfenbeinküste oder Xavier Margairaz auf der Position von Cabanas gegen Italien nahtlos ins Team.

Einzig Hakan Yakin, der nach der Verletzung Vonlanthens ins Team rutschte, hat seinen Platz bisher noch nicht gefunden. «Das Team hat sich während meiner Absenz enorm entwickelt», erkannte der Basler nach dem Test gegen Italien.

Und selbst in der Abwehr, die vom erst 21-jährigen Philippe Senderos geführt wird, hat Kuhn mit dem erst 19-jährigen Johann Djourou und auch mit Stéphane Grichting Alternativen, die Ausfälle nicht zu unüberwindbaren Problemen werden lassen.

(von Sascha Rhyner/Si)

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