Und alle sind verrückt
publiziert: Freitag, 21. Mai 2010 / 13:00 Uhr

Vermutlich geht es Ihnen, geschätzte Leser, mitunter auch so und sie werden von dem unheimlichen Gefühl beschlichen, dass ein Gutteil der Menschheit mehr oder weniger verrückt sein könnte, ja, eigentlich verrückt sein muss.

2 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Abstrakt eines Aufsatzes von H. Perron
Einer der Aufsätze zum HERV-W Virus eines der Entdeckter (englisch und wissenschaftlich)
retrovirology.com

Abstrakt eines Aufsatzes von U. Meyer
Absatz des Schweizer Neuroimmunologen über die Ursachen von Schizophrenie (englisch und wissenschaftlich)
ncbi.nlm.nih.gov

Denn welcher Konzern mit geistig gesunden Entscheidungsträgern bohrt schon in 1.5 km Meeres-Tiefe nach Erdöl, ohne ausreichende Sicherungsmassnahmen zu treffen? Welcher Staat mit nicht durchgeknallten Politikern an der Spitze nimmt schon Schulden auf, versteckt diese und hofft, dass der Schwindel nie auffliegen würde? Welche Banken mit einem nicht absolut bescheuertem Management geben schon Kredite an Leute, von denen klar ist, dass diese nicht zurückzahlen können und welcher Finanzkonzern ist so dumm, solchen Schrott auch noch in Massen zu kaufen? Ja, welche Wirtschaftsführer können allen ernstes glauben, dass sich gegenseitig vermehrendes Geld ohne eine dahinter stehende Leistung einen Wert darstellen könnte?

Wie gesagt: Sind wir alle verrückt? Oder zumindest potentiell irr? Die Antwort ist ein ernüchterndes «Ja», zumindest was verschiedene klinisch bekannte Geisteskrankheiten angeht.

Seit Langem stellen manche psychische Leiden wie Schizophrenie und Psychosen die Medizin vor Rätsel. Keine vorgeschlagene Ursache vermochte diese schrecklichen Krankheiten zufrieden stellend zu erklären. Eineiige Zwillinge, von denen nur einer erkrankte, zeigten, dass es nicht erblich sein kann und auch kaum an elterlichen Einflüssen liegt. Ebenso führte die Suche nach Umwelteinflüssen zu keinen Resultaten. Aber etwas fiel in 250 Studien auf: eine Geburt im Winter erhöht die Gefahr, an Schizophrenie zu erkranken um 5 – 8%.

Der verheerende, in Schüben fortschreitende Krankheitsverlauf macht alles noch rätselhafter, denn diese und manche andere Symptome von Erkrankten deuteten auf eine Infektion hin. Allein, es liess sich im Blut nirgends ein Virus finden. Verschiedenen Forschern liessen diese Widersprüche keine Ruhe und nach Jahren harter Labor-Arbeit fanden Sie etwas ziemlich schockierendes: Alle Menschen tragen einen solchen Virus namens HERV-W im eigenen Erbgut mit sich herum.

Vor einigen Jahren wurde viel von sogenannter «Junk-DNA» geredet, nutzlosem Erbgut, dass scheinbar zu nichts gut ist. Nun stellte sich heraus, dass viele dieser DNA-Schnippsel effektiv Retroviren sind, die manche unserer fernen Vorfahren befallen haben. Normalerweise hat dies für Nachfahren von angesteckten Individuen keine Folgen – werden hingegen Keimbahnzellen, die Ei- und Samenzellen erzeugen, befallen, kann sich so ein Virus in das Erbgut einbauen und wird weiter gegeben.

Dieser Befall fand schon vor 60 Millionen Jahren bei einem Lemur-ähnlichen Tier, einem gemeinsamen Vorfahren von Affen und Menschen, statt. Und seither... spinnen wir? Nein. Nicht ganz. Unsere DNA arbeitet hart, um zu verhindern dass dieser und viele andere Viren, die sich in ihr eingenistet haben, aktiv werden können. DNA besteht aus zwei Strängen von Aminosäuren, die sich um einander winden. Die Oberfläche der DNA erzeugt Eiweisse und ist dafür zuständig, dass unsere Zellen ihre Arbeit ausführen. Die Bereiche, die stumm sein sollen (im Hirn zum Beispiel die Funktionen der Leberzellen), werden eng umeinander gedreht, so dass die Oberfläche nicht «sichtbar» ist. Das Gleiche wird mit diesen blinden Virus-Passagieren gemacht.

Doch Infektionskrankheiten bei Neugeborenen wie Grippe, Herpes, Toxoplasmose etc. können HERV-W aufwecken, was zu einer chronischen, immer wieder aufflammenden Entzündung des Hirns führt, die den Erkrankten Schritt für Schritt aus dem Leben reisst. Dass scheinbar auch multiple Sklerose vom gleichen Virus verursacht wird, macht diesen Parasiten noch erschreckender.

Sollten sich diese Forschungen als richtig erweisen, öffnet sich womöglich ein neuer, besserer Weg zur Behandlung dieser Krankheiten. Und viele Eltern werden wenigstens nicht mehr von Schuldgefühlen gequält, wenn Sie wissen, dass sie nichts falsches gemacht haben.

Was uns wieder zur verrückten Menschheit zurück bringt. Denn 40% unseres Erbgutes besteht aus schwarzfahrenden Viren in der «Junk-DNA». Ist es denn absurd, auch in besonders machtgierigen, verantwortungslosen und egomanischen Politikern und Managern eine Fehlfunktion zu vermuten, einen Virus, der besonders asoziales Verhalten auslöst? Und wäre es nicht schön, wenn es sich herausstellen würde, dass solches Verhalten sogar heilbar wäre? Oder ist eine solche Idee einfach nur... verrückt?

(von Patrik Etschmayer/news.ch)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - US-Präsident Barack ... mehr lesen 4
Der US-Senat gibt grünes Licht für die Finanzmarktreform.
In Louisiana ist eine grosse Menge Öl an Land gespült worden. (Archivbild)
Venice - Einen Monat nach der ... mehr lesen
Der Sinn des Lebens
ist meiner Meinung nach einzig, was wir für dessen Sinn halten. Ob das Leben ein Geschenk oder/und eine Pflicht sei, ist für mich nicht relevant.

Was immer wir auch hineindichten gilt vor allem für den Dichter selbst. In unterschiedlichen Gegenden zu unterschiedlichen Zeiten kommt die Mehrheit daher zu unterschiedlichen Wertvorstellungen. Wenn sich die Umstände ändern wird sich über kurz oder lang auch die Moral anpassen.

Was auch immer wir für edle Vorstellungen von uns selbst haben mögen, in jedem steckt doch auch ein kleinerer oder grösserer Teufel, der in Extremsituationen im Überlebenskampf auch die Oberhand gewinnen wird. In einer solchen Situation verhält man sich normalerweise egoistisch, ausser man sieht ohnehin keine Chancen für sich. Ist letzteres der Fall, kann es auch sein, dass man sich gegen das Leben entscheidet.

Eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn eine gewisse Einigkeit darüber besteht, wie man leben soll. Da wir aber in einer Zeit der sich beschleunigenden Änderungen leben, können wir nicht erwarten, dass die Moral stehen bleibt. Welche schlimmen Folgen es haben kann, wenn die Wertvorstellungen stark von der Bedürfnissen der Realität abweichen, habe ich erfahren, was nicht heisst, dass man nicht ein wenig aus dem Rahmen fallen darf.
Was da auch noch wäre..
Die Krankheit, welche Zosimus so schön beschreibt wird ergänzt durch eine emotionale Störung dieser machthungrigen Menschen, genannt Psychopathen.
Das Schlimme daran ist, dass Psychopathen erwiesenermassen die Verbindung zum emotionalen Teil des Hirn fehlt....Was dabei rauskommt erleben wir tagtäglich ....
Ich stimme zu!
Mit Ihrer Definition kann ich mich Anfreunden!
Das Leben ist primär eine Pflicht
Das Leben ist sehr wohl ein Geschenk, da bin ich gleicher Meinung, aber m. A. primär eine Pflicht in dem Sinne, als man sich darum bemühen muss. Egoismus fängt breits da an, das Leben als Eigentum (es ist ja ein Geschenk) zu betrachten. Dem Leben muss gedient, es muss manchmal auch ertragen werden (aus Liebe), das Leben soll nicht besitzt werden (Macht), Leben ist kein Eigentum!
Das Leben ist keine Pflicht!
Sondern ein Geschenk für das wir uns nur bedanken müssten, um Egoismus, Gier und Ignoranz zu negieren!
Krankheit
Die Krankheit, welche die Menschen befallen hat heisst: Egoismus, Gier und Ignoranz. Dazu kommt eine gewisse Verwahrlosung, eine gute Prise Dekadenz, mangelndes Verantwortungsgefühl und die irrige Meinung das Leben sei einfach nur zum konsumieren da und nicht eine Pflicht.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
«Hier hätte ich noch eine Resistenz - gern geschehen!» Schematische Darstellung, wie ein Bakerium einen Plasmidring weiter gibt.
«Hier hätte ich noch eine ...
In den USA ist bei einer Frau mit Harnwegsinfektion zum ersten mal ein Bakterium aufgetaucht, das gegen das letzte Reserve-Antibiotikum resistent ist. Wer Angst vor ISIS hat, sollte sich überlegen, ob er seinen Paranoia-Focus nicht neu einstellen will. Denn das hier ist jenseits aller im Alltag sonst verklickerten Gefahren anzusiedeln. mehr lesen 4
Durch ungeschickte Avancen von SBB- und Post-Chefs, droht die Service-Public-Initiative tatsächlich angenommen zu werden. Von bürgerlicher Seite her solle laut einem Geheimplan daher ein volksnaher ... mehr lesen
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Eine renommierte US-Kanzlei stellt einen neuen Anwalt Namens Ross ein. Die Aufgabe: Teil des Insolvenz-Teams zu sein und sich durch Millionen Seiten Unternehmensrecht kämpfen. Und nein, ROSS ist kein armes Schwein, sondern ein Computerprogramm. mehr lesen  
Sicherheitskontrolle in US-Airport: 95% Versagen, 100% nervig.
In letzter Zeit wurden aus Terrorangst zwei Flüge in den USA aufgehalten. Dies, weil Passagiere sich vor Mitreisenden wegen deren 'verdächtigen' Verhaltens bedroht fühlten. ... mehr lesen  
Typisch Schweiz Der Bernina Express Natürlich gibt es schnellere Bahnverbindungen in den Süden, aber wohl ...
saleduck.ch, Logo
Shopping «Wär hetts erfunde?» Zwei Jahre nach der Gründung erhält Saleduck.ch eine neue Plattform und wird zu einer Deal Community. Neben einem neuen Layout bieten sich auch für Netzwerke und Advertiser viele ...
Erstaunliche Pfingstrose.
Jürg Zentner gegen den Rest der Welt.
Jürg Zentner
Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: Alles könnte anders sein, aber nichts ändert sich.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
«Hier hätte ich noch eine Resistenz - gern geschehen!» Schematische Darstellung, wie ein Bakerium einen Plasmidring weiter gibt.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Obama in Hanoi mit der Präsidentin der Nationalversammlung, Nguyen Thi Kim Ngan auf einer Besichtigungstour: Willkommenes Gegengewicht zu China.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich -4°C 2°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel -3°C 3°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
St. Gallen -5°C 3°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern -4°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern -3°C 2°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf -1°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 2°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten