Ungenügende Schwankungsreserven
publiziert: Donnerstag, 21. Dez 2006 / 16:48 Uhr

Bern - Viele Pensionskassen haben nur ungenügende Schwankungsreserven und können deshalb die Möglichkeiten der Geldanlage zu wenig ausnutzen. Die grossen Verluste der Börsenflaute von 2001 und 2002 sind aber weitgehend überwunden.

Pascal Couchepin hofft auf weitere Fortschritte.
Pascal Couchepin hofft auf weitere Fortschritte.
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Bundesrat Pascal Couchepin hat den Bericht über die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen und der in der beruflichen Vorsorge tätigen Lebensversicherer präsentiert. Die Erholung der Finanzmärkte und Sanierungsmassnahmen trügen Früchte, sagte er vor den Medien.

Laut einer Umfrage des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) befanden sich Ende 2005 noch 111 Vorsoregeeinrichtungen oder 3,4 Prozent in Unterdeckung. Ein Jahr zuvor waren es 386 oder 10,6 Prozent gewesen. Die Unterdeckung belief sich auf rund 19,1 Milliarden Franken.

Bei den 60 registrierten Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie ging die Unterdeckung innert Jahresfrist von 6,2 auf 2,7 Milliarden zurück. Der Anteil dieser Kassen mit Unterdeckung nahm von 13,3 auf 3,1 Prozent ab. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte er noch über 30 Prozent ausgemacht.

Keine Risiken eingegangen

Couchepin geht davon aus, dass die Gesundung im laufenden Jahr weitere Fortschritte gemacht hat. Weniger positiv sei, dass rund ein Drittel der Vorsorgeeinrichtungen mit einem Deckungsgrad von 100 Prozent noch immer nicht über ausreichende Reserven zum Auffangen von Schwankungen der Finanzmärkte verfügt.

Laut Couchepin hindert dies die Kassen daran, bei der Geldanlage etwas mehr Risiken einzugehen und entsprechend höhere Renditen zu erzielen. Statt Schwankungsreserven zu äufnen, hätten viele Kassen offenbar in den letzten Jahren das Geld als Teuerungsausgleich oder Beitragssenkungen verteilt.

Die 14 Lebensversicherer erreichten letztes Jahr in der beruflichen Vorsorge ebenfalls etwas bessere Resulate. Sie konnten ihre Überschüsse von 550 auf 600 Millionen Franken steigern. Lebensversicherer dürfen von Gesetzes wegen keine Unterdeckung aufweisen.

(rr/sda)

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