Firmen-, Schul- und Vereinswebseiten liefern Bilder
Ungewollt Pornostar: Handel mit Personendaten blüht
publiziert: Montag, 25. Mrz 2013 / 13:16 Uhr
Oft landen freizügige Bilder im Internet ohne das Wissen der Opfer. (Symbolbild)
Oft landen freizügige Bilder im Internet ohne das Wissen der Opfer. (Symbolbild)

Aschaffenburg - Täglich werden weltweit Millionen von Fotos von Frauen und Mädchen im Internet gestohlen und sekündlich auf zwielichtigen Portalen veröffentlicht, ohne das Wissen der Opfer. Vor allem Facebook, aber auch Firmen-, Schul- oder Vereinswebseiten liefern den Tätern brauchbare Bilder.

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Allein in Deutschland werden rund 22.000 Fotos täglich online gestellt und mit personenbezogenen Informationen versehen. Diese sind überaus einfach über die Google-Bildersuche auffindbar. Sobald diese Daten online sind, ist es zu spät. Betroffene müssen lernen, mit diesen Umständen zu leben.

Pornografische Abänderung

Zu den Hauptstraftaten gehört das Publizieren von Ex- oder derzeitigen Freundinnen und Frauen sowie Müttern oder Töchtern. Grossteils werden personenbezogene Informationen mitgeliefert. Die Fotos werden zudem häufig pornografisch abgeändert - sowohl bild- als auch textbezogen. «In wenigen Jahren kann weltweit jede zweite Freu so angegriffen werden. Davon bin ich überzeugt», sagt Norbert Weinhold, Vorstand des Vereins zum Schutz der Digitalen Identität.

Besonders fatal ist in Österreich die Situation in Schulen. «Es werden nach wie vor Klassenfotos veröffentlicht, wobei die Namen der Kinder mit angeführt werden. Hier gilt es noch viel aufzuholen, aber es passiert nichts. Wir brauchen weltweite Regeln und Grenzen», betont der Spezialist.

Täter haben mehrere Gründe für ihre kriminellen Handlungen. Sie handeln häufig aufgrund ihres jungen Alters oder fehlenden Lebenserfahrung unüberlegt, wollen erpressen oder sich rächen. «Täter findet man in allen Altersschichten - von elf- bis 80-Jährigen ist alles dabei. Es gibt auch keinen Unterschied in den Berufen. Immer mehr sind jedoch Männer im Bereich der Kirche auffindbar», führt er aus.

Handeln früh ansetzen

«Für mich ist es eindeutig, dass es in Österreich zurzeit keinen Datenschutz gibt», erläutert der Experte. In Deutschland hingegen sind die Richtlinien strenger. Um diesen lebenslangen Problemen entgegenzuwirken, haben Online-Surfer mehrere Möglichkeiten - vor allem muss aber präventiv vorgegangen werden.

«Fotos sollten eine bestimmte Grösse haben - 680 x 480, wenn möglich, noch kleiner. Zweitens sollten sie am besten schwarz/weiss sein oder mit einem Logo versehen, denn Täter vermeiden diese weltweit», so Weinhold. Auf der Webseite wakeupinternet.com sind adäquate Verhaltensregeln aufgestellt, um solche und ähnliche Straftaten zu verhindern. «Wer sich an diese Regeln hält, vermeidet Konsequenzen», ergänzt der Fachmann.

(tafi/pte)

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