Ungleichbehandlung wegen Religion
publiziert: Freitag, 1. Sep 2006 / 11:38 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Sep 2006 / 16:35 Uhr

Bern - Die EKR gibt Empfehlungen ab, wie Ungleichbehandlungen wegen Religionszugehörigkeit ausgemerzt und Vorurteile abgebaut werden können.

Nur 10 bis 15 Prozent der Muslime praktizieren ihren Glauben.
Nur 10 bis 15 Prozent der Muslime praktizieren ihren Glauben.
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In einem am Freitag in Bern präsentierten Papier richtet sich die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (ERK) an Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden, Sozialpartner, Lehrkräfte und Medien. Ziel müsse ein Zusammenleben mit den Muslimen im Sinne der aktuellen Jugendkampagne des Europarates «Alle anders - alle gleich» sein.

Die Zahl der heute in der Schweiz lebenden Muslime hat sich seit 1970 auf 340 000 verzwanzigfacht. Nahezu 12 Prozent sind Schweizerbürger. Nur 10 bis 15 Prozent praktizieren ihren Glauben. Für die grosse Mehrheit ist die Religion nicht in den Alltag eingebettet, für die Jungen ist sie eher eine Familientradition.

Stereotypen und Vorurteile

Muslime werden im Alltagsleben diskriminiert. Trotzdem werden die Muslime vor allem über ihre Religionszugehörigkeit definiert, stellt die ERK fest. In der öffentlichen Debatte bestehe die Tendenz, Muslime kollektiv zu Sündenböcken für das Weltgeschehen verantwortlich zu machen und unter einen «terroristischen Generalverdacht» zu stellen.

Der politische Diskurs über Muslime sei deshalb von Stereotypen und Vorurteilen geprägt. Er sei bis vor kurzem über und nicht mit den Muslimen geführt worden. Nötig sei ein interreligiöser und interkultureller Dialog, wie ihn der Karikaturenstreit ausgelöst habe, an dem sich auch die Muslime beteiligt hätten.

Indirekte und direkte Diskriminierungen

Die ERK stellt im Alltag direkte oder indirekte Diskriminierungen fest, wenn Baugesuche für Minarette abgelehnt werden, obwohl die Zonenordnung diese zuliesse, oder wenn ein schickliches Begräbnis auf dem öffentlichen Friedhof nur den Angehörigen der Mehrheitsreligion ermöglicht wird.

Als Diskriminierungen sei auch zu werten, wenn bei Anstellungen und Kündigungen, bei Einbürgerungsfragen, im sozialen Leben die Religionszugehörigkeit eine Rolle spiele, auch wenn sie keinerlei sachliche Bedeutung habe. Wegen des Kopftuches verlören Frauen ihre Stelle oder würden gar nicht erst angestellt.

(ht/sda)

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